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Zweifel an „Spiegel“-Story : Das tote Mädchen gab es vielleicht nicht

Aus dem Video der Flüchtlingsgruppe. Bild: Channel4/Screenshot F.A.Z.

Der „Spiegel“ berichtete, auf einer Insel im griechisch-türkischen Grenzfluss Evros sei ein fünfjähriges Flüchtlingsmädchen aus Syrien gestorben. Die Griechen hätten nicht geholfen. Jetzt ist die Story verschwunden. Was ist da los?

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          Maria hatte einen starken Charakter, war voller Träume, sagen ihre Eltern. Sie liebte Comics und wollte ein Fernsehstar werden. Nun ist Maria tot. Sie ist Anfang August an Europas Außengrenze gestorben, weil ihr griechische Behörden jede Hilfe versagten. Sie wurde gerade einmal fünf Jahre alt.“

          Michael Hanfeld
          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Mit diesem traurigen Befund und einer deutlichen Anklage beginnt der Bericht des „Spiegel“-Korrespondenten Giorgos Christides über das Schicksal der sogenannten „Evros 38“ Ende August. Unter dem Rubrum „Evros 38“ gelangte eine Gruppe syrischer Flüchtlinge in die Schlagzeilen internationaler Medien. 38 Flüchtlinge saßen zwischen Mitte Juli und Mitte August auf einer kleinen Insel mitten im griechisch-türkischen Grenzfluss Evros fest. Ein Mädchen namens Maria, fünf Jahre alt, sei dort an einem Skorpionbiss gestorben, weil die griechischen Behörden keine Hilfe leisteten. So hieß es bei NGOs, im „Spiegel“ und im britischen Sender Channel 4.

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