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„Spiegel“-Verlag : Übernahme und Entlassungen

  • Aktualisiert am

Stellt Übernahme der Hälfte der FTD zur Diskussion: „Spiegel”-Geschäftsführer Mario Frank Bild: F.A.Z. - Foto Holde Schneider

Soll sich der „Spiegel“ an der „Financial Times Deutschland“ beteiligen? Soll „Spiegel TV“ in eine Holding umgewandelt werden? Die Mitarbeiter KG, größter Gesellschafter des Magazinverlags, steht vor einschneidenden Entscheidungen.

          Die Gesellschafter des „Spiegel“-Verlags stehen dieser Tage vor einer Entscheidung, mit der sie die Ausrichtung ihres Hauses auf lange Zeit festlegen. Soll sich der „Spiegel“ mit fünfzig oder 51 Prozent an der „Financial Times Deutschland“ beteiligen oder nicht? Noch scheinen sich die Gesellschafter nicht einig zu sein, ob sie dem „Spiegel“-Geschäftsführer Mario Frank darin folgen wollen, die Hälfte der FTD, die der britischen Pearson-Gruppe gehört, zu übernehmen.

          Dass Gruner + Jahr dafür ist, ist kein Wunder. Schließlich gehören dem Verlag, der mit 25,5 Prozent am „Spiegel“ beteiligt ist, die anderen fünfzig Prozent der nach wie vor defizitären „Financial Times Deutschland“. Es kommt darauf an, wie die Mitarbeiter KG des „Spiegel“ votiert, sie ist mit 50,5 Prozent der Anteile der größte Gesellschafter, die Erben des Magazingründers Rudolf Augstein haben 24 Prozent und fallen nicht ins Gewicht. Die Mitarbeiter KG will das Thema in dieser Woche beraten.

          Entlassungen bei „Spiegel TV“

          Die „Spiegel“-Gesellschafter müssen für die Übernahme der FTD mit einer Zweidrittelmehrheit stimmen - theoretisch kein Problem, kommen Mitarbeiter KG und Gruner + Jahr doch auf zusammen 76 Prozent. Allerdings gilt auch im Umkehrschluss: Sollte man sich je wieder von der FTD trennen wollen, brauchte man wieder die Mehrheit von zwei Dritteln. Nimmt man an, dass Gruner + Jahr daran nie und nimmer ein Interesse haben könnte, führt das unweigerlich zu dem Schluss, dass die Entscheidung des „Spiegel“ für die „Financial Times Deutschland“ unwiderruflich sein könnte - einmal für immer. Gruner + Jahr bestimmte die Geschicke des „Spiegel“ stärker denn je.

          Nicht um Fusion, sondern um Aufspaltung geht es derweil bei der Tochter „Spiegel TV“. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung stehen zum ersten Mal in der Geschichte der bis dato sehr erfolgreichen Fernsehproduktionsfirma Entlassungen an. Von zwanzig bis dreißig zwangsweisen Abgängen ist die Rede - rund ein Zehntel der Belegschaft von rund 250 Mitarbeitern; es sollen auch Geschäftsführer das Haus verlassen. Durchgesetzt hat sich offenbar der „Spiegel TV“-Geschäftsführer Fried von Bismarck mit dem Plan, das Tochterunternehmen in eine Holding umzuwandeln und zwei neue Tochterfirmen zu gründen, die eine soll sich um Technik und Produktion, die andere um Auftragsproduktionen kümmern. Auch dazu ist ein Beschluss der Gesellschafter vonnöten.

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