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Spiegel Mitarbeiter KG : Niederlage für Steingart und Darnstädt

Muss sich auf neue Chefs bei der Mitarbeiter-KG einrichten: Stefan Aust Bild: AP

Wer hat beim „Spiegel“ das Sagen? Chefredakteur Stefan Aust und die Geschäftsführung nur zum Teil. Große Macht hat die Führung der Spiegel Mitarbeiter KG. Die jüngsten Wahlen brachten eine handfeste Überraschung.

          Sechs Wochen hat die Wahl gedauert, dabei sind an ihr nur 750 bis 800 Stimmberechtigte beteiligt. Doch sollte auch noch der letzte Korrespondent nach womöglich monatelanger Recherchetour die Möglichkeit haben, seine Wahlkarte abzugeben. Am Dienstagabend dann stand endlich fest, wer die Mitarbeiter KG des „Spiegel“ künftig führt.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Und der Wahlausgang bei den Redakteuren, die zwei von fünf Posten bei der Mitarbeiter KG besetzen, ist eine handfeste Überraschung. Denn es wurden gewählt: Marianne Wellershoff und Armin Mahler, nicht Gabor Steingart, der Chef des Berliner „Spiegel“-Büros, und auch nicht Thomas Darnstädt, der ehemalige Madrid-Korrespondent, der sich in der Vergangenheit als Widerpart des Chefredakteurs Stefan Aust positioniert hatte. Ein Rennen zwischen diesen beiden prominenten Kontrahenten war von vielen erwartet und als Fingerzeig für die Zukunft des „Spiegel“ gedeutet worden.

          Mitarbeiter KG ist oft die entscheidende Kraft

          Wer die Mitarbeiter KG des „Spiegel“ führt, trägt große Verantwortung für den Verlag. Denn die 750 bis 800 Mitarbeiter oder sogenannten „stillen Teilhaber“, verfügen über die Mitarbeiter KG über 50,5 Prozent der Anteile am „Spiegel“, weitere 25,5 Prozent hält der Verlag Gruner + Jahr, weitere 24 Prozent halten die Erben des Magazingründers Rudolf Augstein, der die Beteiligung seiner Mitarbeiter am Verlag einst beschloss.

          Die Mitarbeiter KG ist also Mehrheitseigentümerin des „Spiegel“. Wie ihre Vertreter mit dem Geschäftsführer des Verlags oder mit dem Chefredakteur ein Auskommen finden, entscheidet über die Lage des „Spiegel“ an sich. Sie sind die dritte, zumeist im Stillen wirkende, in vielen Fällen entscheidende Kraft.

          Mit deutlichem Abstand gewonnen

          Der nunmehr von den etwa 250 Redakteuren des „Spiegel“ gewählte Armin Mahler ist Leiter des Wirtschaftsressorts, Marianne Wellershoff ist Kulturredakteurin. Die rund 120 Dokumentare und Archivleute des „Spiegel“-Verlags, die einen Kandidaten für einen der fünf Spitzenposten der Mitarbeiter besetzen könne, haben Cordelia Freiwald gewählt. Die Verlagsmitarbeiter haben sich für Thomas Hass, den Leiter des Vertriebsmarketings, und für den Controller Rainer Buss entschieden.

          Die umkämpfte Wahl unter den Redakteuren - bei der insgesamt fünf Kandidaten zur Wahl standen - hätten Marianne Wellershoff und Armin Mahler mit deutlichem Abstand gewonnen, heißt es aus dem „Spiegel“.

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