Spiegel-Chefs auf Abruf :
Erst das Gerücht, dann der Vollzug?

Lesezeit: 5 Min.
Georg Mascolo (links) und Mathias Müller von Blumencron
Die Chefredakteure des „Spiegel“ „sollen“ gehen. So steht es jedenfalls in der Zeitung und wird nicht dementiert. Hier geht es auch um Stil, aber im Kern zeigt sich ein Streit, der die Branche bewegt.

Seit Freitag Abend vergangener Woche sind die Chefredakteure des „Spiegel“ angezählt. Denn da war im „Hamburger Abendblatt“ zu lesen, Georg Mascolo und Mathias Müller von Blumencron „sollten“ abgelöst werden. Doch weder zu diesem Zeitpunkt noch drei Tage später hatten die Gesellschafter des Magazins einen Beschluss gefasst, der die Möglichkeits- zu einer Wirklichkeitsform macht. Gleichwohl sind die beiden Chefredakteure schon durch das „sollten“ öffentlich derart desavouiert, dass man sich schon gar nicht mehr fragen muss, ob ihnen ein Verbleib an der Spitze der Redaktion noch möglich ist. Genau das dürfte das Ziel der Indiskretion gewesen sein: Erst kommt das Gerücht, dann der Vollzug, der ohne die Veröffentlichung vorab wohl viel schwieriger zu begründen wäre. Doch den entsprechenden Beschluss gab und gibt es, wie gesagt, nicht. Dafür aber reichlich Gerüchte über mögliche Nachfolger. Normalerweise sollte die Reihenfolge umgekehrt sein.

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