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Wechsel an der Ericusspitze : „Spiegel“-Chefredakteur Brinkbäumer muss gehen

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Seine Ablösung kam überraschend, zumindest für ihn selbst: Klaus Brinkbäumer vom „Spiegel“. Bild: dpa

Gemunkelt wurde über seine Absetzung in der Branche schon seit langem, nun ist es soweit: Der „Spiegel“-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer verliert seinen Posten. Einen Nachfolger gibt es schon.

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          Chefredakteure werden beim „Spiegel“ seit Jahren abrupt ausgewechselt, und so ist es auch dieses Mal: Klaus Brinkbäumer wird auf seinem Posten abgelöst, sein Nachfolger wird, wie aus Verlagskreisen zu hören ist, Steffen Klusmann, zurzeit Chefredakteur des zum Spiegel-Verlag gehörenden „Manager Magazins“. Als stellvertretende Chefredakteure gehen die bisherige Chefin von „Spiegel Online“, Barbara Hans und der Reporter Ullrich Fichtner, der für den „Spiegel“ zurzeit aus Paris berichtet, an Bord.

          Klaus Brinkbäumer hat sich dreieinhalb Jahre auf dem Schleudersitz beim „Spiegel“ gehalten. Vor ihm war Wolfgang Büchner am Ruder, der von der Deutschen Presse-Agentur kam und sich nur fünfzehn Monate an der Spitze der Redaktion halten konnte – von September 2013 bis Dezember 2014. Vor ihm wiederum wurde die Doppelspitze mit den Chefredakteuren Mathias Müller von Blumencron (dem zwischenzeitlichen Digitalchef der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ und neuen Chefredakteur des „Tagesspiegels“) und Georg Mascolo abgesetzt. Sie hatten Ende 2008 den langjährigen Chefredakteur Stefan Aust abgelöst.

          Schiedlich-friedlich gestaltete sich keiner dieser Wechsel, es ging stets um das (fehlende) Zusammenwirken des gedruckten Magazins mit dem Online-Portal „Spiegel Online“, um Querelen zwischen Redaktion und Verlag und unterschiedliche Auffassungen der Spiegel-Gesellschafter (Mitarbeiter KG, Gruner + Jahr, Erben des Magazingründers Rudolf Augstein).

          Stets gesucht wird an der Spitze des „Spiegel“ die eierlegende Wollmilchsau, die alles kann und für alles eine Lösung hat, auch für den Auflagenverlust, mit dem es dem Magazin aber nicht anders geht als den meisten gedruckten Pressemedien auch. Zuletzt lag die Auflage des „Spiegel“ bei rund 704.000 Exemplaren.

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