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Betrugsfall Claas Relotius : Regnet es jetzt von unten nach oben?

Stein des Anstoßes: Der Artikel „Jaegers Grenze“, der im November dieses Jahres im „Spiegel“ erschien. Bild: EPA

Der Fall des Geschichtenfälschers Claas Relotius erschüttert den „Spiegel“ in seinen Grundfesten. Prüfen müssen sich aber auch andere. Und man sollte nicht vergessen, wie die Sache herauskam.

          Jetzt, da der Fall des Geschichtenfälschers Claas Relotius publik ist und der „Spiegel“ nackt dasteht. Jetzt, da Franz Josef Wagner in der „Bild“-Zeitung schreibt: „Es ist, als würde es von unten nach oben regnen. Nein, viel schlimmer. Es ist, als hätten Paparazzi den Papst im Bordell erwischt.“ Jetzt, da viele es schon immer gewusst und selbst noch nie Fehler gemacht haben wollen. Jetzt, da alle, die jemals einen Text von Claas Relotius gebracht haben (die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung hatte drei von ihm), noch einmal prüfen müssen, ob seinerzeit alles richtig war. Jetzt, da für manche die Stunde der Häme schlägt, könnte man auch darauf verweisen, was und wer den Betrüger zu Fall gebracht hat: guter Journalismus.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Den freilich musste der „Spiegel“-Reporter Juan Moreno im eigenen Haus quasi undercover leisten, wie er bei „Spiegel Online“ im Video erzählt. Er fuhr einer anderen Geschichte wegen nach Las Vegas und machte einen Abstecher nach Arizona, um Relotius’ Angaben in der Geschichte „Jaegers Grenze“ zu überprüfen, die von einer Bürgerwehr handelt, die angeblich auf eigene Faust die Grenze zu Mexiko kontrolliert. Moreno fand schnell heraus, dass der Kollege Relotius nie da gewesen war und die Leute, die er zitierte, nie getroffen hatte.

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          Auch den hochdotierten Reemtsma Liberty Award hatte Relotius erst im vergangenen Jahr gewonnen.

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