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Wahl bei ARD, ZDF und HR : Wer wirklich gewonnen hat, sehen wir noch

  • -Aktualisiert am

Der Parteichef der Linken Bernd Riexinger kritisiert seine Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht. Ihre Sammlungsbewegung habe der Linken geschadet. Zweideutige Botschaften bekommen auch der Linken nicht.

Bei Anne Will treten FDP und Grüne gegeneinander an

Kurz vor der Sendung von Anne Will kommt die ernüchternde Meldung von Jörg Schönenborn: Die schwarz-grüne Koalition in Wiesbaden könnte ihre Mehrheit doch verloren haben. Sicher sei das zwar noch nicht, aber nur wenige tausend Stimmen könnten anschließend in Berlin ein politisches Beben auslösen. Es ist der Unterschied zwischen Sieg und Niederlage.

Bei Anne Will hat das vor allem ein Gast begriffen: Robert Habeck argumentiert wie ein Wahlverlierer, trotz der hohen Stimmengewinne seiner Partei in Hessen. Dafür gibt es nach dem Kenntnisstand um 22 Uhr gute Gründe. Die Koalition ist abgewählt, ein theoretisch denkbares Linksbündnis ist nicht in Sicht. Selbst die SPD vom zweiten Platz zu verdrängen, ist nicht gelungen. Und das alles unter fast paradiesisch anmutenden Bedingungen: Die hessische CDU als schwacher Koalitionspartner, der außer an die Grünen noch mehr an die AfD verlor. Die hessischen Sozialdemokraten fügen sich in die trostlose Lage ihrer Bundespartei, ohne eigene Akzente setzen zu können. Zudem profilieren sich die Grünen gekonnt über die Medien als der eigentliche Gegenspieler der AfD. Politisch machen sie kaum Fehler. Widersprüche werden ihnen nachgesehen. Anne Will fragt den grünen Parteivorsitzenden, was die hessische Landespartei in ihrer Regierungszeit gegen die Wohnungsnot oder das Verkehrschaos getan habe. Habeck weiß keine Antwort. Solche kritischen Nachfragen ist er nicht mehr gewohnt.

Wahrscheinlich tritt Habeck deshalb wie eine beleidigte Leberwurst auf. „Cremig“ nennt Anne Will seine Partei, und meint damit eine gewisse Anpassungsfähigkeit. Tatsächlich können die Grünen alles gleichzeitig. Im Hambacher Forst die rechtswidrigen Handlungen radikaler Braunkohlegegner unterstützen, um später bei Anne Will in das Pathos staatstragender Sonntagsreden zu verfallen. Unter dem „demokatischen Ethos“ macht Habeck es nicht mehr. Wobei dieser nur das zu sein scheint, was die Grünen darunter verstehen. Das wird im Disput mit dem FDP-Vorsitzenden Christian Lindner deutlich. Lindner nennt die Grünen „Klimanationalisten“, Habeck findet das ungehörig. Er würde so etwas nie sagen. Stimmt. Für die Attacke sind bei den Grünen andere zuständig, etwa Anton Hofreiter als Vorsitzender der Bundestagsfraktion.

So wird die Sendung zum Schlagabtausch zwischen den Grünen und der FDP. Die großen Wahlverlierer sehen staunend zu. Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) weicht Fragen nach der Zukunft der Bundeskanzlerin aus. Olaf Scholz (SPD) gibt sich hanseatisch zurückhaltend. Ob der von seiner Parteivorsitzenden Andrea Nahles angekündigte Fahrplan zum Stopp der Debatte über die Fortsetzung der Berliner Koalition hilft, bezweifelt wohl nicht nur die „Spiegel“-Redakteurin Christiane Hoffmann.

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