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Polizei ermittelt nicht : Diana-Interview bleibt straffrei

  • -Aktualisiert am

Am 20. November 1995 gab Prinzessin Diana dem BBC-Journalisten Martin Bashir ein legendäres Interview. Bild: dpa

Scotland Yard hat mitgeteilt, dass es keine strafrechtlichen Ermittlungen gegen den Journalisten Martin Bashir und die BBC wegen des Skandalinterviews mit Prinzessin Diana gibt. Daran wird Kritik laut.

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          Scotland Yard wird keine weiteren Ermittlungen im Zusammenhang mit den unlauteren Methoden bei der Beschaffung des berühmten „Panorama“-Interviews der BBC aus dem Jahr 1995 mit Prinzessin Diana führen. Nach Angaben der Polizei haben spezialisierte Kriminalbeamte den im Mai dieses Jahres veröffentlichten Bericht von Lord Dyson geprüft, der mit der BBC und ihrem Journalisten Martin Bashir scharf ins Gericht ging.

          Gina Thomas
          Feuilletonkorrespondentin mit Sitz in London.

          Dyson prangerte das „betrügerische Verhalten“ des BBC-Journalisten Bashir an, der unter anderem Kontoauszüge gefälscht hatte, um die Prinzessin davon zu überzeugen, dass sie bespitzelt würde. Der Bericht warf der BBC zudem vor, den Betrug jahrelang verschleiert zu haben. Dianas jüngerer Bruder, Charles Spencer, den Bashir ebenfalls eingewickelt hatte, forderte eine strafrechtliche Ermittlung.

          Die Polizei teilte nun mit, sie habe den Dyson-Bericht unter genauer Berücksichtigung des Rechts geprüft und unabhängigen juristischen Rat bei der Staatsanwaltschaft eingeholt. Dabei seien keine Hinweise auf einen Straftatbestand gefunden worden.

          Diese Einschätzung bekräftigt den bereits im März bekanntgegebenen Befund der Polizei, es sei nicht angemessen, strafrechtliche Ermittlungen über Vorwürfe unrechtmäßiger Vorgänge im Zusammenhang mit der im November 1995 ausgestrahlten Dokumentarsendung anzustrengen, von der Prinzen William und Harry behaupteten, sie habe „die Angst, Paranoia und Isolation“ ihrer Mutter geschürt und letztendlich zu ihrem Tod beigetragen.

          Dass die Polizei ihre Mitteilung zu den eingestellten Ermittlungen am Dienstag veröffentlichte, also dem Tag, an dem Premierminister Boris Johnson eine umfangreiche Kabinettsumbildung vornahm und die Schlagzeilen beherrschte, brachte ihr den Vorwurf ein, sieh habe einen guten Tag gefunden, um die – schlechte – Nachricht zu „begraben“. Der Spruch stammt aus der Aktennotiz einer Beamtin am Tag der Terrorangriffe auf die Vereinigten Staaten vor zwanzig Jahren und ist inzwischen als sarkastische Bemerkung gängig geworden.

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