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Skandal im ZDF : Drehbücher vom Ehemann

Wer verbirgt sich hinter den Drehbüchern im ZDF? Bild: dpa

Der Fall erinnert an die spektakuläre Geschichte der einstigen NDR-Fernsehspielchefin Doris Heinze: Das ZDF trennt sich von einer leitenden Redakteurin, deren Ehemann unter Pseudonym Drehbücher schrieb. Schaden für den Sender sei nicht entstanden, heißt es in Mainz

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          Eine leitende Redakteurin des ZDF hat ihrem Sender Drehbücher untergejubelt, die ihr Ehemann unter Pseudonym geschrieben hat. Das meldet die „Bild am Sonntag“. Auf Anfrage von FAZ.NET wurden die Angaben vom ZDF am Freitagabend bestätigt.

          Michael Hanfeld
          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Der Ehemann der betreffenden Redakteurin, sagte der ZDF-Sprecher Alexander Stock, habe vor rund zehn Jahren drei Drehbücher unter Pseudonym verfasst, ohne dass dies dem Sender offen gelegt worden sei. Dies sei ein Verstoß gegen die Compliance-Regeln. „Daraufhin haben sich beide Seiten vor einigen Monaten im gegenseitigen Einvernehmen getrennt. Ein Schaden ist dem ZDF nicht entstanden.“

          Zuständig für Reihen und Serien

          Aufgefallen ist die Sache bei einer Prüfung älterer Vorgänge. Die Redakteurin war im ZDF in der Programmdirektion für Reihen und Serien wie „Der Alte“, „Kripo Holstein“  und „Küstenwache“ zuständig, ebenso für die gerade neu aufgelegte Serie „Ein Fall für zwei“, die mit den neuen Hauptdarstellern am Freitag Premiere feierte.

          Der Fall erinnert an denjenigen der früheren Fernsehspielchefin des Norddeutschen Rundfunks, Doris Heinze. Sie hatte selbst unter Pseudonym Drehbücher verfasst, ebenso ihr Ehemann. Und dafür gesorgt, dass die Filme vom Sender produziert wurden. Das Hamburger Landgericht verurteilte die gekündigte NDR-Redaktionschefin im Oktober 2012 wegen Bestechlichkeit, Untreue und Betrug zu einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung, ihr Ehemann bekam eine Geldstrafe.

          Eine solche Dimension, heißt es, habe der Fall im ZDF nicht.

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