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Simone Standl gegen WDR : Feige und gewunden?

Ist ihren Job beim WDR los: Simone Standl. Bild: Picture Alliance

Die Moderatorin der Sendung „Lokalzeit“, Simone Standl, ist beim WDR rausgeflogen. Sie macht dem Sender schwere Vorwürfe. Der WDR reagiert schroff.

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          Der Westdeutsche Rundfunk zeigt sich in seiner Öffentlichkeitsarbeit dieser Tage angespannt. Zuerst gelang es dem Sender kaum, die Kritik wegen fehlender Unwetterwarnungen konstruktiv aufzunehmen. Jetzt reagiert der WDR auf die Kritik eine ehemaligen Mitarbeiterin denkbar schroff. Nachdem sie als Moderatorin der „Lokalzeit“ abgesetzt worden war, hat sich die Journalistin Simone Standl in einem Interview mit der Bild am Sonntag über ihre Behandlung im Sender bitter beklagt.

          Michael Hanfeld
          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Man habe sie beiseite geschoben, weil der WDR auf Verjüngung und mehr Diversität setze, sagte Standl. Die wahren Gründe für ihre Absetzung habe man ihr freilich nicht gesagt. „Was genau hinter meiner Entlassung steckt, weiß ich bis heute nicht. Da war der WDR recht feige und hat sich in schwammigen Aussagen hin und her gewunden“, sagte Standl der BamS. Man habe ihr gesagt, man wolle „andere Zielgruppen erobern“, „vor allem jüngere zwischen 35 und 55“. Damit vergraule man aber „eher die älteren, treuen Stammzuschauer, wenn man ihnen das Vertraute und Liebgewonnene wegnimmt“. Simone Standl, die 59 Jahre alt ist, hatte die „Lokalzeit“ seit 2004 moderiert. Sie wird ersetzt durch Sümeyra Kaya (38), die seit 2008 für den WDR arbeitet.

          Wie man mit ihr umgehe, sagte Simone Standl, sei kein Einzelfall. Sie habe „von vielen namhaften Kollegen Nachrichten erhalten, mit denen genauso umgegangen wird und wurde“. Sie habe angeboten, in anderer Verwendung beim WDR zu arbeiten, doch habe der Sender „der negativen Reaktionen auf meinen Abgang“ wegen die Zusammenarbeit komplett beendet. „So viel zum Thema Meinungsfreiheit!“ Standls erzwungener Abgang war vom Kölner Stadt-Anzeiger aufgegriffen worden, diesem hatte der WDR mitgeteilt, man habe ein Angebot zur Weiterbeschäftigung zurückgezogen. „Die öffentlichen Äußerungen der Moderatorin über den WDR“ hätten „das Vertrauensverhältnis schwer gestört“. Am Sonntag setzte der WDR dann per Twitter eine Kurzkanonade in drei Teilen ab: Gerne hätte man mit der Journalistin weitergearbeitet. Ihre Vorwürfe seien „Unsinn und schlichtweg falsch“. Sie kenne „die Gründe, warum sie die Lokalzeit aus Köln nicht mehr moderieren wird. Das Vertrauensverhältnis ist inzwischen so schwer gestört, dass der WDR sein Angebot zur Weiterbeschäftigung zurückgezogen hat. Frau Standl bekommt eine faire Abfindung nach den Regeln des WDR-Tarifvertrages. Damit ist aus unserer Sicht alles gesagt.“

          Dass damit aus Sicht der Zuschauer alles gesagt ist, wird man bezweifeln dürfen.

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