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ZDFneo stellt Serien zur Wahl : Rapper, Tod und Leugner

Anhänglicher Typ: Der Tod (Antoine Monot, l.) ist Andi Hartmanns (Alexander Schubert, r.) ständiger Begleiter. Bild: Peter Kreutz

Ein Plattenbaukönig, ein Ehebrecher und der Tod im Anzug: Seit Freitag zeigt ZDFneo drei Pilotfilme im Internet. An diesem Donnerstag Abend können die Zuschauer auch vor dem Fernseher entscheiden, welche Serie ausgestrahlt wird.

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          Der Beste kommt zum Schluss, und das im schwarzen Anzug: Der Typ mit schulterlangem Wallehaar und Bart sehe aus wie einer von den Muppets und verfolge ihn Tag und Nacht, sagt Andi, der Mann vom Schlüsseldienst (Alexander Schubert) auf der Couch des Psychologen (Martin Brambach). Der macht: „Mh, mh“, bis Andi losgestikuliert: Da stehe er schon wieder, der Kerl, das sei der Tod, keiner sehe ihn, nur er eben, dauernd. Der Psychologe fragt: Drogen? Ein Schlag auf den Kopf? Antoine Monot Jr. in der Rolle des Todes lächelt nur, eine Berührung, schon liegt der Therapeut da, tot. „Er war dran“, sagt der Tod, was Andi in noch größere Verzweiflung stürzt, aber eine glänzende Exposition abgibt zu dem, was noch kommen könnte in „Jetzt ist Sense“.

          Ursula Scheer

          Redakteurin im Feuilleton.

          Es ist einer der drei Pilotfilme, die ZDFneo seit Freitag im Internet und heute Abend im Fernsehen zeigt. Die Zuschauer können online abstimmen, welcher Film in Serie geht, so lautet das Prinzip von TV Lab, dem Fernseh-Labor, welches das Zweite zum vierten Mal ausrichtet. Hier, lässt der Sender wissen, könnten Formate jenseits von Quotendruck und Sendeplatzprofilen entstehen - als sei das nicht die selbstverständliche Aufgabe der Öffentlich-Rechtlichen. Die Auswahl zeigt jedenfalls, was möglich ist, wenn die Vorgabe „fiktional und seriell“ mit etwas schrägeren Mitteln angegangen werden darf.

          In Berlin eröffnet eine „Alibi Agentur“, die nach dem Motto: „Bei uns sind Ihre Geheimnisse sicher!“ Unschönes vertuscht - und dem Künstler Friedrich Liechtenstein einen Auftritt als Ehebrecher zwischen „Mausi“ und „Schwälmchen“ verschafft. So geheimnisvoll wie in der Supermarkt-„Supergeil“-Werbung tänzelt er allerdings nicht daher, und auch sonst wandelt die Dramedy auf einem schmalen Grat: Die Drehbuchautorinnen Kirsten Ittershagen und Inka Thelen haben dem Geschäftsmodell des gutaussehenden Lügners Mark Eisen (Matthias Weidenhöfer) und seiner von Skrupeln geplagten Mitarbeiterin Linda (Marleen Lohse) auch Härtefälle eingeschrieben. Zum Beispiel eine Krebspatientin, die ihrer Familie die Krankheit verschweigt. Ob der leichte Ton der Inszenierung (Regie: Erik Schmitt) dennoch trägt, ist nach dem halbstündigen Pilotfilm noch offen.

          „Pumuckl“ mit Galgenhumor

          Sicherer im Ton, weil geradeaus auf Humor gebürstet, ist da die Nesthocker-fliegt-raus-Sitcom „Blockbustaz“ (Buch: Niklas Hoffmann). In ihr feiert der selbsternannte Plattenbau-König und Rap-King Sol (gespielt von dem Rapper Eko Fresh) den dreißigsten Geburtstag - und seine Mama (großartig in ihren Kittelschürzen: Martina Eitner-Acheampong), schmeißt ihn raus. Was folgt, ist so etwas wie „Fack ju Göhte“ auf Kölsch, mit durchweg liebenswerten Charakteren, die in schrabbeliger Kulisse harmlose Konflikte zwischen geklauten Rasenmähern und der Hanfplantage auf dem Dach verhandeln.

          Neben dem Tod aus „Jetzt ist Sense“ sehen Sol und seine Kumpel allerdings blass aus. Der Sensemann als lästiger unsichtbarer Kumpel, das ist „Pumuckl“ mit Galgenhumor. Dem Allesbeender treibt es die Tränen in die Augen, weil keiner ihn mag, außerdem hat er ein veritables Problem: Er kann nicht durch verschlossene Türen gehen. Deshalb braucht er überhaupt Andi, den Mann vom Schlüsseldienst. Als „odd couple“ schlagen sich die beiden im Pilotfilm so kurzweilig mit den letzten Dingen herum und die Gags um die Ohren (Buch: Peter Kreutz, Alexander Schubert), dass man sich eine Fortsetzung des Endes nur wünschen kann.

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