„Unorthodox“ bei Netflix :
So sieht Religion im Schwarzweißfilm aus

Von Michael Wolffsohn
Lesezeit: 5 Min.
Familienaufstellung: Esther (Shira Haas) ist erst siebzehn und wird schon verheiratet. Doch sie bricht aus, nicht nur aus ihrer Ehe.
Die Serie „Unorthodox“ schildert die Flucht einer jungen Frau aus einer ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde in Brooklyn nach Berlin. Dort findet sie Freiheit. Orthodox aber ist diese Produktion auch selbst. Ein Gastbeitrag.

Wer kommt bei diesem Netflix-Vierteiler auf seine Kosten? Zeitgenossen mit einem Interesse an extrem dogmatischen, fürs Judentum religiös und quantitativ (weltweit zirka hunderttausend von etwa fünfzehn Millionen Juden) völlig unrepräsentativen chassidisch-ultraorthodoxen Juden und wer diese für so reaktionär wie frauenfeindlich hält. Schließlich auch diejenigen, die Berlins kreative Multikultiblase als das neue Arkadien betrachten und meinen, dass gemeinsames Musizieren oder Schwimmen im Großen Wannsee einer jungen Frau aus dem Jemen und einer ehemals ultraorthodoxen Jüdin aus Williamsburg, Brooklyn/New York, dauerhafte jüdisch-islamische Harmonie garantieren oder den israelisch-arabischen Konflikt lösen.

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