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Neue TV-Serie „Westworld“ : Roboter sind doch die besseren Menschen

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Sie selbst sind nicht echt, ihre Gefühle schon: James Marsden und Evan Rachel Wood spielen in „Westworld“ ein trautes Paar der anderen Art. Bild: Allstar/Hbo/Warner Bros. Televis

Nach dem Vorbild des legendären Kinofilms „Westworld“ hat HBO eine Serie gedreht. In der werden die Fronten von damals allerdings umgedreht: Jetzt sind nicht die Maschinen zum Fürchten, sondern ihre Erzeuger.

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          Die Maschinen, die uns zu Diensten sein sollten, werden die Menschheit unterwerfen: Das Szenario kennen wir aus der Science-Fiction-Literatur und Hollywoods Variationen nur zu gut. „Aber was, wenn künstliche Intelligenz das Beste in uns repräsentiert und nicht das Schlimmste?“, fragt der Drehbuchautor Jonathan Nolan.

          Nolan hat gemeinsam mit seiner Frau Lisa Joy für den Sender HBO eine Serie geschaffen, die die Geschichte von Michael Crichtons Filmklassiker „Westworld“ fortspinnt. Crichton hat 1973 eine gespenstische neue Welt entworfen: In historisch verorteten Vergnügungsparks mit menschenechten Robotern als Personal konnten sich solvente Besucher austoben - eine römische Orgie feiern, eine mittelalterliche Ritterburg einnehmen, sich im Wilden Westen mit den Oberschurken duellieren. Aber dann brennen den Robotern genau die Sicherungen durch, die sie für Menschen ungefährlich machen sollen. Und die Maschinen werden zur tödlichen Bedrohung.

          Der Kinofilm war visionär

          „Westworld“ war visionär, sagte Nolan, als die neue Serie kürzlich in Beverly Hills vorgestellt wurde. Deswegen habe es ihn auch nicht gereizt, den Science-Fiction-Western noch einmal zu erzählen, wie es im Fernsehen Usus ist, nach dem Rezept: Man nehme ein erfolgreiches Kinostück und filetiere es zur Serie. HBOs „Westworld“ geht, den ersten beiden Folgen nach zu urteilen, einen ganz anderen Weg: Die Geschichte über den Amoklauf künstlicher Intelligenz verkehrt sich in ihr Gegenteil.

          Die Drehbuchautoren konzipierten mit dem Produzenten J. J. Abrams eine Serie, die von Robotern handelt, die in einem Vergnügungspark gefangen sind, in dem die Menschen Amok laufen. Schließlich dienen „Westworld“-Roboter den Besuchern als Projektionsfläche für allerlei finstere Impulse. Diesen Ansatz fanden auch Schauspieler wie Anthony Hopkins, Evan Rachel Wood, Ed Harris, Thandie Newton und Jeffrey Wright spannend. Sie spielen die Hauptrollen in der Neufassung.

          Seit den neunziger Jahren hat man sich in Hollywood an einem Remake von „Westworld“ versucht, erfolglos. Erst mit dem Gedanken, die Geschichte als Serie aus der Sicht der Roboter anzulegen, kam Schwung in die Sache. Als das Projekt 2014 verkündet wurde, gab es helle Aufregung. Doch dann verstrich das nächste Jahr, für das HBO die Premiere geplant hatte, und als die Produktion von Januar bis April 2016 gestoppt wurde, um den Autoren mehr Zeit zu geben, schwante Beobachtern Übles. Doch was HBO jetzt auf der Sommerkonferenz der Fernsehkritiker präsentierte, könnte der nächste große Hit des Senders werden. „Westworld“ ist ein großes Drama um menschliche Abgründe, elegant inszeniert, überzeugend gespielt und mit Schauwerten gespickt.

          Sie stellen die Geschichte von den Füßen auf den Kopf: Lisa Joy und Jonathan Nolan.

          Anthony Hopkins verkörpert in seiner ersten Fernsehrolle einen Mann namens Robert Ford, den Leiter des titelgebenden Vergnügungsparks, der gern bei einem Glas Hochprozentigem tiefsinnige Gespräche mit den Outlaws führt, die er geschaffen hat. Ford beschäftigt neben einem überreizten Dramaturgen (Simon Quarterman), zuständig für immer brutalere Storylines, eine Reihe von Wissenschaftlern, darunter Bernard Lowe (Jeffrey Wright), dem die Programmierung und Feinabstimmung der Charaktere ganz nach den Wünschen des Publikums obliegt. Und es ist viel Feinabstimmung gefragt in einer Vergnügungs-welt, deren Figuren hochentwickelte Wesen sind, wie zum Beispiel die Madame des örtlichen Saloons, Maeve Millay (Thandie Newton), die ihren Gästen plötzlich einen Tick zu forsch daherkommt. Sogar die liebliche Farmerstochter Dolores Abernathy (Evan Rachel Wood) scheint von eigenartigen Stimmungen geplagt. Die Konzernleitung wiegelt ab. Schließlich „hat es in über dreißig Jahren im Park keine kritischen Störungen gegeben“, wie es in Anspielung auf den Originalfilm heißt. Der Park will Stammgäste wie den mysteriösen Mann in Schwarz (Ed Harris), der auf der Suche nach einem „tieferen Level des Spiels“ ist, um jeden Preis bei Laune halten.

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