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Fox-Serie „Wayward Pines“ : Wo bin ich hier bloß gelandet?

  • -Aktualisiert am

In „Wayward Pines“ ist nichts so, wie es scheint – und erst recht nicht so, wie es sein sollte. Bild: obs

Katzengroße Raben und seltsame Anweisungen: Die Serie „Wayward Pines“ von M. Night Shyamalan führt Matt Dillon als Spezialagent Ethan Burke in eine kleine Stadt mit einem großen Geheimnis. Ein Besuch am Set.

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          In schwarzen Jeans und einem schwarzen T-Shirt sitzt Matt Dillon vor grandioser Bergkulisse auf einer Wiese auf dem Set von „Wayward Pines“ in der Nähe von Vancouver. Es ist kühl und windig, aber als ihm eine Assistentin eine Jacke reicht, schüttelt Dillon den Kopf: „Meine ist in meinem Trailer.“ Ein paar Minuten später kehrt die Frau mit dem richtigen Kleidungsstück zurück, einem schwarzen Anorak. Wir sitzen in der kanadischen Wildnis, am Rande eines großen, dunklen Kiefernwaldes, in dem nach Angaben des Setdesigners Curt Beech jede Menge Bären und Berglöwen beheimatet ist.

          Hier draußen wird eine Szene für den Fernsehthriller „Wayward Pines“ eingerichtet, in der Dillon in den Wald rennen und einen Abhang hinunterstürzen muss. Nein, sagt der Schauspieler, bisher habe er keine Raubtiere zu Gesicht bekommen. „Aber die Größe der Raben hier gibt mir ein bisschen zu denken“, sagt er mit Blick auf zwei katzengroße Vögel, die soeben ein paar Meter weiter zum zweiten Mal einen Mülleimer umwerfen, um sich durch die Essensreste zu picken.

          Irgendwo zwischen „Lost“ und „Twin Peaks“

          Eine Brise rauscht durch die Kiefernwipfel hinter uns, dann ist alles wieder still. Die beiden Raben krächzen kryptisch, und ein bisschen hat die Szene etwas Gruseliges. Was ganz passend ist, da diese Thrillerserie irgendwo zwischen „Lost“ und „Twin Peaks“ angesiedelt zu sein scheint: „Wayward Pines“ heißt die seltsame Stadt, in deren Krankenhaus Dillons Figur, der Spezialagent Ethan Burke, nach einem schweren Autounfall erwacht. Eine reizende Krankenschwester (Melissa Leo) kümmert sich um ihn, aber etwas stimmt hier nicht: Burke scheint der einzige Patient der Klinik zu sein, seine Polizeimarke und sein Handy sind verschwunden, und beim Versuch, aus dem Büro des Sheriffs (Terrence Howard) seine Frau zu erreichen, bekommt er stets nur den Anrufbeantworter. Die Einwohner der Stadt verhalten sich ebenfalls merkwürdig. Unter ihnen ist auch Burkes Kollegin Kate Hewson (Carla Gugino), mit der ihn einst eine Affäre verband. Vor wenigen Wochen verschwand sie plötzlich, aber jetzt behauptet sie, seit zwölf Jahren hier zu leben. Nichts scheint einen Sinn zu ergeben, aber ist das wirklich eine Folge von Burkes Kopfverletzungen, wie der seltsame Dr. Jenkins (Toby Jones) behauptet?

          Die stimmungsvolle zehnteilige Serie, die von dem Mystery-Experten M. Night Shyamalan produziert wird, löst zwar einige der Rätsel zügig auf, aber sie wird schnell dunkler, als es zunächst den Anschein hat. „Es ist eine kleine Stadt mit einem großen Geheimnis“, sagt Curt Beech, der uns am Vortag durch das Studio in Vancouvers Stadtteil Burnaby geführt hat. An einem Türrahmen hängt ein Schild mit einer seltsamen Anweisung: „Offizielle Notiz“, steht da. „Sprechen Sie nicht über die Vergangenheit. Beantworten Sie stets das Telefon. Arbeiten Sie hart, und seien Sie glücklich.“

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