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TV-Duo : Die Neuen bei „Ein Fall für zwei“ 

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Wanja Mues (rechts) als Detektiv Leo Oswald und Antoine Monot jr. als Anwalt Benni Hornberg beim Dreh in Frankfurt Bild: ZDF

Der ewige Detektiv Matula und sein Anwalt sind mit der bekannten ZDF-Serie in Rente gegangen. Nun stehen die Nachfolger vor der Kamera. Respekt? Ein wenig. Begeisterung? Na klar. Ein Besuch am Set.

          Sechzehnter Drehtag. Auf dem Plan steht die erste neue Folge von „Ein Fall für zwei“ - der Serie, mit der Claus Theo Gärtner für immer zu Josef Matula wurde, dem Privatdetektiv in Lederjacke, der nacheinander für vier Anwälte raus auf Frankfurts Straßen ging und auch dahin, wo es weh tut. Bis im März 2013 nach dreihundert Folgen Schluss war mit der Kultserie.

          Jetzt stehen andere Hauptdarsteller vor der Kamera in dem leerstehenden Gebäude an der Mainzer Landstraße. Hier residierte einst die Bayerische Hypo- und Vereinsbank, einer der obersten Räume mit halbrunder Glasfront bildet die Kulisse für den Justizpalast, der Blick geht auf die Zwillingstürme der Deutschen Bank und auf die Alte Oper. Wenige Häuser weiter: tiefstes Rotlichtmilieu. Typisch Frankfurt. Der Matula-Nachfolger Leo Oswald, gespielt von Wanja Mues, steckt gleich mächtig in der Klemme.

          Am 9. Mai läuft im ZDF die erste Folge „Ein Fall für zwei“ mit den neuen Darstellern Wanja Mues und Antoine Monot jr.

          Denn hier oben residiert Gudrun Landgrebe als Haftrichterin und entscheidet soeben darüber, ob der des Mordes Verdächtige Oswald mit Auflagen auf freien Fuß gesetzt wird. Sein Anwalt Benni Hornberg, den Antoine Monot jr. verkörpert, tut alles, um ihn rauszuhauen. Die Staatsanwältin ist skeptisch. Man beäugt einander und liefert sich verbale Scharmützel. Der Verdächtige will selbst seine Unschuld beweisen. Natürlich ist er nicht der Täter, das würde auch nicht zum Konzept der Fernsehserie passen, die die Odeon TV im Auftrag des ZDF neu aufleben lässt. Am 9. Mai läuft die erste Folge. Die Haftrichterin lässt Oswald gehen. Unter einer Bedingung: Sein Anwalt muss von nun an Kindermädchen spielen.

          Modernisierung in Maßen

          Eine verfolgte Unschuld aber sieht anders aus als Wanja Mues alias Leo Oswald. Anwalt Hornberg trägt Vollbart, Detektiv Oswald irgendwas zwischen verwegen und Dreitagebart. Das hat Wiedererkennungswert. Laut Drehbuch ist der Privatschnüffler nach zwanzig auch kriminellen Jahren in Lateinamerika nach Frankfurt zurückgekehrt und direkt in Schwierigkeiten geraten. Sein alter Schulfreund Benni Hornberg, noch verheiratet und Fachanwalt für Versicherungsrecht in einer großen Kanzlei statt Strafverteidiger, soll ihm aus dem Schlamassel helfen. Mit offenen Karten spielt dieser Leo Oswald deshalb noch lange nicht.

          Zugegeben: Das klingt fast schon zu selbstläufermäßig, wie der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Doch die unverbrüchlich altfränkische Treue, die Matula mit seinen Partnern von Dr. Renz bis Dr. Lessing verband und die den Zuschauer vor dem vorübergehenden Verzweifeln am Rechtsstaat zuverlässig schützte, ist passé. Zwei ungebrochen Gute gegen den Rest der Welt - das war einmal.

          „Keine glattrasierten Typen“ habe man besetzen wollen, sagt Fernsehspielchef Reinhold Elschot. Ein paar Tage zuvor hat er die Neuauflage optimistisch als Serie bezeichnet, „die zu den kühnsten Hoffnungen Anlass gibt“. Während betuliche Fernsehförster und -landärzte den Dienst quittieren, moderne Pfarrer mit zahlreichen Söhnen und gewitzte Familiendetektivinnen für behutsame Markenerneuerung im Serienprogramm des Mainzer Senders sorgen, gestattet man sich bei „Ein Fall für zwei“ eine Modernisierung in Maßen.

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