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Serie „Impeachment“ bei Sky : Als Bill Clinton keine sexuelle Beziehung hatte

  • -Aktualisiert am

Haben was zu beraten: Sarah Paulson als Linda Tripp (links), Beanie Feldstein als Monica Lewinsky Bild: AP

Die Serie „Impeachment“ blickt zurück auf die Lewinsky-Affäre, und zwar aus Sicht der Frauen. Monica Lewinsky hat sich von Ryan Murphy als Koproduzentin gewinnen lassen. Aus einem einzigen Grund.

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          „Finden Sie nicht, dass dies den Präsidenten der Vereinigten Staaten in große Verlegenheit bringt?“, wird in der zweiten Episode von „American Crime Story: Impeachment“ eine junge Frau namens Paula Jones (Annaleigh Ashford) aus Arkansas in einem Fernsehinterview gefragt. Sie behauptet, der damalige Gouverneur Bill Clinton habe sich ihr gegenüber entblößt und sexuelle Avancen gemacht.

          „Wissen Sie“, sagt die junge Frau perplex, „ich habe dies nicht getan. Er ist derjenige, der mir etwas angetan hat. Er hat sich selbst in diese Lage gebracht.“ Es ist die Nachstellung einer Szene, die so im Juni 1994 im amerikanischen Fernsehen zu sehen war. Die CNN-Journalistin Judy Woodruff stellt diese Frage tatsächlich.

          Mehr als fünfundzwanzig Jahre ist es her, dass Jones auf einer Entschuldigung des Präsidenten bestand. Sie brachte ihr Anliegen vor das Oberste Bundesgericht; es sollte zum Zündfunken des Amtsenthebungsverfahrens gegen Clinton werden. Ryan Murphys „Impeachment“, die dritte Staffel seiner „American Crime“-Reihe nach „The People v. O.J. Simpson“ und „The Assassination of Gianni Versace“, erzählt all dies nun nach, und es ist eine sehenswerte Retrospektive.

          „Es gibt kein sexuelles Verhältnis“

          Die zentrale Figur des Skandals freilich war Monica Lewinsky, damals zweiundzwanzig Jahre alt. Als Praktikantin im Weißen Haus hatte sie eine achtzehn Monate währende Affäre mit Clinton, die während des von Paula Jones begonnenen Prozesses öffentlich wurde. Dass Clinton unter Eid beteuerte, „es gibt kein sexuelles Verhältnis“ mit Lewinsky, führte zur Anklage wegen Meineids und Justizbehinderung und schließlich zum Impeachment-Verfahren. Clinton überstand das Verfahren. Monica Lewinsky wurde zu einer Paria und zum Ziel endloser schaler Witze.

          Die Hauptfigur der Serie ist zunächst nicht Lewinsky (Beanie Feldstein), sondern Linda Tripp, von Ryan Murphys Muse Sarah Paulson mit Hingabe gespielt (schon in „The People v. O. J. Simpson“ war sie als Staatsanwältin Marcia Clark die heimliche Hauptfigur). Tripp ist eine Regierungsmitarbeiterin niederen Ranges. Ihre Versetzung aus dem Weißen Haus ins Pentagon nimmt sie als Erniedrigung wahr. Mit einem Enthüllungsbuch über das Weiße Haus will sie die Aufmerksamkeit erlangen, die sie zu verdienen meint. Als ihr Monica Lewinsky über den Weg läuft und sie zu ihrer Vertrauten in Sachen Clinton macht, scheint der Plan aufzugehen.

          Romantische Geschenke im West Wing

          „Impeachment“ erzählt den Skandal aus der Perspektive der Frauen: Paula Jones, Linda Tripp, Monica Lewinsky. Es sind Frauen, die von Männern, aber auch von anderen Frauen manipuliert und verraten werden. Es ist dem gewohnt scharfen Blick Ryan Murphys und seiner Autoren zu verdanken, dass diese hier mehr sind als die Opfer männlichen Machtdünkels und sexueller Vorteilsnahme – und dass auch Clinton, gespielt von Clive Owen, nicht als Monster erscheint.

          Feldsteins Lewinsky ist eine romantisch verblendete junge Frau, die sich Hals über Kopf in eine Affäre mit dem Präsidenten stürzt. Sie sitzt fiebernd vorm Telefon, sie besucht ihn im West Wing dauernd mit Geschenken und will ihn auch noch beschützen, als er sie kaltstellt.

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