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„King of Stonks“ : Getriebene Charaktere

Philipp Käßbohrer (links) und Matthias Murmann Bild: Nils Reuter

Eine deutsche Serie, auf amerikanischem Niveau produziert? Philipp Käßbohrer und Matthias Murmann von der Bildundtonfabrik zeigen, wie das geht. Zum Beispiel mit der Wirecard-Story „King of Stonks“.

          8 Min.

          Es vergeht keine Minute in der neuen Serie „King of Stonks“, bis sie als Produkt der Bildundtonfabrik (btf) zu erkennen ist: Man sieht es sofort an den Pavianen. Wie die Affen als visuelles Element zum Einsatz kommen und gleich zu Beginn jeden Ernst und jedes Pathos vertreiben, das man bei dieser Geschichte befürchten könnte, ist ziemlich typisch für die Handschrift der Produzenten Philipp Käßbohrer und Matthias Murmann.

          Harald Staun
          Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Der Clip mit den kopulierenden Pavianen dauert nur ein paar Sekunden, nicht länger als ein Meme aus dem Internet, wie eine Art cineastisches Satzzeichen. Er kommentiert das Eingangsstatement einer der beiden Hauptfiguren, die zu den weich gewaschenen Bildern einer Firmenwerbung pseudoradikale Managerweisheiten auf Glückskeksniveau wie ebendiese von sich gibt: „Menschen sind ein Haufen Primaten: Alle wollen ficken, aber keiner will gefickt werden. So funktioniert Kapitalismus.“ Ein Satz, wie er im deutschen Durchschnittsfernsehen oft genug in schlecht gespielter Ernstgemeintheit fällt, hier wird er sicherheitshalber in seiner ganzen Banalität vorgeführt.

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