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„Danni Lowinski“-Doppelfolge : Zweite Liga? Nicht mit ihr

Hat ausgespielt: Die Anwältin Danni Lowinski (Annette Frier) Bild: dpa

„Danni Lowinski“ bleibt sich treu - auch im Doppelpack ist sie immer komisch und menschlich gleichermaßen. Diese letzte Staffel hätte man ruhig auch in Einzelfolgen senden können.

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          „Das ist so was von krass! Der Mann, der liebt dich total. Aber vielleicht ist er ein Mörder!“ Bea (Nadja Becker) bringt es auf den Punkt, als sie mit ihrer Freundin Danni Lowinski (Annette Frier) Fischstäbchen und Tiefkühlpizzen in den Einkaufswagen stopft. Danni ist mit Bea verpartnert, aber ihr Liebhaber ist Pit (Dirk Borchardt). Der allerdings soll in einen Polizistenmord verwickelt sein, jetzt muss die Anwältin entscheiden, ob sie ihrem privaten Glück oder ihrem Gerechtigkeitssinn folgt. Der Staatsanwalt, der auf ihre Hilfe hofft, ist zu allem Überfluss auch noch ein verflossener Lover - und so beginnt die jüngste Episode um die Low-Budget-Anwältin mit der Frage: Vergangenheit oder Zukunft?

          Leonie Feuerbach

          Redakteurin im Frankfurter Allgemeine Magazin.

          Pit scheint jedenfalls mehr in Danni Lowinskis Vorleben als Friseurin zu passen als in ihre Gegenwart. Aber, befindet Bea, wenn der Rest stimme, was mache da schon eine Leiche im Keller? Doch so einfach kann Danni Lowinski ihre Zweifel nicht abschütteln, weder nachts, wenn sie als „Papa“ in Beas Patchworkfamilie Windeln wechselt, noch tagsüber, wenn sie in ihrem gläsernen Verschlag in einer Kölner Einkaufspassage Klienten berät. Der Tarif ist immer noch derselbe: eine Minute, ein Euro. In „Zwangspension“ (Regie: Richard Huber) sucht ein Lehrer Rechtsbeistand, weil er nicht pensioniert werden will. Aber bleibt er an der Schule, kann eine junge Referendarin nicht eingestellt werden. Wäre es da gerecht, einen Prozess wegen Altersdiskriminierung anzustreben?

          In pinken Pumps stöckelt die Anwältin zur Schuldirektorin, in Lederjacke und Minirock vertröstet sie Pit, den sie vorerst nicht treffen will, und es ist immer wieder erstaunlich, wie es Annette Frier gelingt, das alles kein bisschen albern aussehen zu lassen. Die Schauspielerin zeichnet ihre Figur überzeugend und liebenswert, ganz gleich, ob sie mit verknautschtem Gesicht Beas schreiendes Baby beruhigt oder einen Freund im Einkaufszentrum mit dem Spruch: „Jetzt mach mal nicht so ein Gesicht, als ob der FC zweite Liga spielt“, aufheitert.

          Da könnten die Augen von Bea ruhig etwas weniger weit aufgerissen sein und das Kölsch von Pit etwas weniger breit ausfallen. Danni Lowinski ist und bleibt nicht nur komisch, sondern immer auch sehr menschlich. Dass sich der Konflikt um die Zwangspensionierung allzu wohlgefällig löst, stört deshalb auch nicht weiter. Schon eher, dass Sat1 die letzte Staffel der Serie wegen sinkender Quoten nun in Doppelfolgen und aller Eile wegsendet.

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