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„Welcome to Earth“ bei Disney : Das Staunen über die Welt

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Durch die Wüste, auf den Grund des Meeres, an den Rand des Vulkans: In „Welcome to Earth“ geht es um Natur pur. Bild: Disney+

Methode „Whoooa!“: Will Smith ist längst Legende, aber hier einfach Kind. In einer neuen Disney-Dokumentation unternimmt er nun eine Abenteuerreise zu den faszinierendsten Wunderorten der Erde.

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          Eigentlich müsste es die Kinoleinwand sein oder wenigstens einer dieser ultrascharfen neuen 86-Zoll-Monsterfernseher, denn „Welcome to Earth“ ist fast zu groß für unsere Alltagsbildschirme. Alles an dieser Naturdoku-Serie von National Geographic ist megaloman: Gefilmt wurde in 34 Ländern auf allen Kontinenten der Erde, mehr als 700 Mitarbeiter zählte das Film- und Produktionsteam. Herausgekommen ist ein technisch und ästhetisch brillantes, überwältigendes Ergebnis, das der Disney-Konzern, zu dem National Geographic inzwischen gehört, weltweit über den Streamingdienst Disney+ ausstrahlt.

          Wenn die Meeresbiologin und Apnoe-Taucherin Diva Amon mit Pottwalen und Mantarochen, nein, nicht taucht, sondern tanzt, und zwar mit der lässigen Eleganz eines „James Bond“-Intros, wenn eine Kanufahrt durch die biolumineszierende Bucht vor Puerto Rico zur surrealen Erfahrung wird, wenn Drohnenaufnahmen von Raine Island im Great Barrier Reef uns über Tausende eierlegende Riesenschildkröten schweben lassen oder wenn eine dünne Wasserschicht die bolivianische Uyuni-Salzpfanne in einen gewaltigen Spiegel verwandelt, in dem sich nicht nur Gewitter spiegeln, sondern beim Blick auf die doppelte Milchstraße auch die Drehung der Erde wahrnehmbar wird, dann hat sich aller Aufwand gelohnt: Das sind Bilder für die Ewigkeit. Mehr High End geht nicht.

          In den Seilen: Will Smith wagt den Abstieg.
          In den Seilen: Will Smith wagt den Abstieg. : Bild: Disney+

          Das künstlerische Genie hinter der Serie ist Darren Aronofsky, der bereits vor drei Jahren mit „One Strange Rock“ eine grandios zwischen Weltraumperspektive und dem mikroskopischen Blick pendelnde Naturdokumentation inszeniert hat, die mit den Planeten- und Ozean-Filmen der BBC mühelos mithalten konnte. Gut gelöst hatte Aronofsky auch die Kommentator-Frage, schließlich galt es, eine Moderation zu installieren, die dem weltberühmten David-Attenborough-Sound eine eigene, jüngere, aber zugleich würdige Stimme entgegensetzt. Erstaunlicherweise gelang das mit dem Kino-Superstar Will Smith. Seit Filmen wie „Men in Black“, „Ali“ oder „I Am Legend“ selbst eine Legende, besaß der genug Selbstbewusstsein, sich von den wuchtigen Bildern und aufwendigen Dreharbeiten nicht einschüchtern zu lassen.

          Der pädagogische Mehrwert sollte nicht überschätzt werden

          Das hat so gut funktioniert, dass Will Smith diesmal eine noch viel prominentere Rolle einnimmt. Das narrative Gerüst seiner sich über sechs Folgen erstreckenden Entdeckerreise zu magischen Orten der Erde führt dazu, dass der immer gut gelaunte, stets ein wenig seine Angst betonende Protagonist an der Seite echter Entdecker, Fotografen und Wissenschaftler nun die meiste Zeit selbst im Bild ist. Und das stört nicht einmal. Der pädagogische Mehrwert der sich ein wenig als Schulfernsehen gerierenden Serie sollte indes nicht überschätzt werden, denn der geht kaum über biologische Grundkenntnisse etwa zur Bedeutung von Gerüchen, zur Biolumineszenz oder zu Schwarmintelligenz hinaus. Auch wenn das mit Hollywood-Pathos präsentiert wird, lernt man in dem erzählerisch gar nicht so unähnlichen Kinderfilm „Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten“ einiges mehr, gerade auch über soziale Zusammenhänge.

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