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5. „Homeland“-Staffel bei Sat.1 : Terror in Berlin

Wer könnte hinter ihr her sein? Carrie (Claire Danes) forscht in ihrer eigenen Vergangenheit. Bild: 2015 Showtime Networks, Inc.

Ist sie doch immer noch eine Agentin? Ist sie eine gefährliche Abtrünnige? In der fünften Staffel der Serie „Homeland“ hat Carrie Mathison den CIA-Dienst quittiert und muss gleich an mehreren Fronten kämpfen.

          Berlin spielt eine Hauptrolle, schreibt der Sender Sat.1 zum Beginn der fünften Staffel von „Homeland“, und liegt damit nicht falsch. Die ehemalige CIA-Agentin Carrie Mathison (Claire Danes) hat ihren Job beim Geheimdienst aufgegeben und verdingt sich als Sicherheitsexpertin bei einer privaten Stiftung. Doch ihr neues Leben ist bald wieder das alte.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Sie bekommt es mit islamistischen Terroristen zu tun und kämpft dabei gleich an mehreren Fronten. Bei der CIA hält man sie für eine Abtrünnige, ihr frühere Chef Saul (Mandy Patinkin) ist sogar der Überzeugung, dass Carrie Mathison seine Berufung zum Direktor des Geheimdienstes verhindert hat. In der Stiftung des Mäzens Otto Düring (Sebastian Koch) fragt man sich derweil, ob Carrie nicht noch immer eine Agentin ist. Die Journalistin Laura Sutton (Sarah Sokolovic), die geheime Dokumente über die Zusammenarbeit von CIA und BND veröffentlicht, glaubt fest daran. Prompt aber wird Carrie mitten in Berlin, auf offener Straße, von Hizbullah-Leuten entführt.

          Um Aufträge auszuführen, die es offiziell nicht gibt

          Man muss keine der vorangegangenen Staffeln von „Homeland“ gesehen haben, um Carrie Mathison durch Berlin folgen zu können. Das Autorenteam um den Chefproduzenten Alex Gansa setzt ganz neu an und fügt die nötigen Erklärungen zur Vorgeschichte spielend leicht ein. Hier wird nichts umständlich erzählt, sondern dicht und rasant miteinander verwoben. Und vom ersten Augenblick an stellt sich auch wieder die Atmosphäre einer latenten Bedrohung ein, die das Besondere von „Homeland“ ausmacht, aber auch für eine Schwere sorgt, über die andere Serien nicht verfügen.

          Wer ist die Verräterin? Claire Danes und Mandy Patinkin (r.) in der fünften „Homeland“-Staffel

          „Homeland“ spielt all die Szenarien durch, die längst Realität geworden sind: Die Terrorgruppe IS mordet in Syrien und im Irak ganze Völker und verübt blutige Anschläge in Europa. Brüssel, Paris, Istanbul, Lahore - die Islamisten haben der ganzen Welt den Krieg erklärt, dem man mit frommen Gebeten und der Kopf-im-Sand-Haltung, derer sich die deutsche Salonlinke befleißigt, nicht entkommt.

          Dass der Kampf gegen den Terror wiederum die westlichen Sicherheitsdienste und insbesondere die amerikanische Politik auf Abwege führt, war bei „Homeland“ ebenfalls von Beginn an ein Thema, das jetzt in der Figur von Carries ehemaligem Kollegen Quinn (Rupert Friend) kulminiert. Auch er quittiert den Dienst, allerdings nur, um als freiberuflicher Killer für die CIA Aufträge zu erledigen, die es offiziell gar nicht gibt. In der ersten Folge der fünften Serienstaffel lässt er einen Bombenbauer in Berlin hochgehen.

          Jede Wendung, jeder Dialog in „Homeland“ entspringt einem Drehbuch, das die Realität so spiegelt, dass zwischen den täglichen Nachrichten vom Terror und dessen fiktionaler Verarbeitung fast kein Unterschied besteht. „Homeland“ nimmt dabei höchstens etwas vorweg, von dem man hofft, dass es nicht eintrifft. Denn die Serie spielt jetzt in Berlin. Und Berlin spielt „eine Hauptrolle“.

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