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Rekordserie „Game of Thrones“ : Auf zur letzten Schlacht um den Thron

  • -Aktualisiert am

Cersei (Lena Headey) ist skrupellos und deswegen mächtiger denn je. Doch es nahen schon Feinde, sie vom eisernen Thron zu stürzen. Allen voran: Daenerys Targaryen. Bild: AP

Noch nie war eine Serie für so viele Emmys nominiert wie „Game of Thrones“. Hat das Epos sie verdient? Der letzten Staffel fehlte gar die Romanvorlage von R. R. Martin. Doch siehe da: Es geht auch ohne.

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          Dreiundzwanzig Mal ist „Game of Thrones“ für den Fernsehpreis Emmy nominiert. Da sollte man meinen, die HBO-Serie sei auf dem Zenit ihres Erfolgs und gut wie nie. Doch ist sie das? Im April, als die sechste Staffel von „Game of Thrones“ begann, überwog die Skepsis. Denn zum ersten Mal arbeiteten die Drehbuchautoren David Benioff und D.B. Weiss ohne die Romanvorlage von George R. R. Martin. Von 2011 an hatten sie sein Epos „Das Lied von Feuer und Eis“ für die Serie adaptiert, das von den Machtkämpfen verschiedener Clans und Volksgruppen in einer mittelalterlichen Phantasiewelt handelt, die zudem von einer allumfassenden Katastrophe bedroht ist. Angesichts der möglichen Preisflut – Mitte September werden die Emmys vergeben – muss man sagen: Die Skepsis war berechtigt. Zumindest bis zum Finale der sechsten Serienstaffel.

          Die Produktionsgeschichte von „Game of Thrones“ ist ein Epos für sich: Den ersten zwei Staffeln lagen Martins Romane zugrunde, Staffeln drei bis fünf orientierten sich eher lose an den folgenden Büchern. Mit seinem sechsten Band wurde Martin nicht rechtzeitig fertig. Benioff und Weiss blieb nichts anderes übrig, als ohne ihn loszulegen beziehungsweise allein mit ein paar sachdienlichen Hinweisen des Autors zum Fortgang der Intrigen um den Eisernen Thron. Nicht, dass es der weitschweifigen Erzählung an Material oder Personal mangelte. „Game of Thrones“ rühmt sich des umfangreichsten Ensembles der Fernsehgeschichte, und Benioff und Weiss gelang es, Martins Erzählfäden fortzuspinnen. Auch sein Personal bringen sie unter: Prinzen und Königinnen, Ritterinnen und Söldner, Seherinnen und Gelehrte, Geschäftemacher, Anarchisten und religiöse Eiferer. Es sind Männer, Frauen, Kinder, Greise, Zwerge, Entstellte, Behinderte.

          Es gibt Dutzende von Hauptfiguren und ein Geflecht aus Freund- und Feindschaften, Verschwägerungen, Allianzen und Treuebrüchen. Wir sehen große Schlachten und grausame Kämpfe, in die über kurz oder lang jeder verwickelt wird. Wir sehen Frauen, die sich nicht scheuen, ihre Feinde zu foltern und den Tod Unschuldiger in Kauf zu nehmen, um ihre Macht zu erhalten. Greise, die ihre Lüsternheit nicht zügeln oder von Rachedurst getrieben sind. Kinder, die aus Trotz und Geltungsbedürfnis Schreckliches verursachen. Die Serie erweckt diese facettenreichen, durch und durch unromantischen Figuren mit einer herausragenden Besetzung zum Leben. Das zählt zu den großen Verdiensten von Benioff und Weiss.

          „Game of Thrones“ bricht Rekorde

          So sehr schlägt „Game of Thrones“ sein Publikum in Bann, dass es die meistgestohlene (sprich: illegal heruntergeladene) Fernsehserie aller Zeiten ist und der Abosender HBO sich gezwungen sah, sein Geschäftsmodell zu verändern. Inzwischen gibt es mit „HBO Now“ einen Online-Streamingdienst; neue Folgen der Serie werden in 170 Ländern der Welt gleichzeitig freigeschaltet und ausgestrahlt. Die sechste Staffel sahen in den Vereinigten Staaten auf legalem Empfangsweg durchschnittlich mehr als 23 Millionen Menschen. Das ist eine Zahl, die nicht einmal die langlebige Erfolgsserie „Navy CIS“ im frei empfangbaren Fernsehen zu ihren besten Zeiten erreichte.

          „Game of Thrones“ rühmt sich des umfangreichsten Ensembles der Fernsehgeschichte. Bei den Wirren und Intrigen wird es schnell unübersichtlich, der Popularität der Serie tut das aber keinen Abbruch.

          Vielleicht sollte man an dieser Stelle einen groben Rückblick wagen. Angesiedelt ist „Game of Thrones“ auf den Kontinenten Westeros und Essos. Westeros ist im Norden durch eine Schutzmauer gegen mythische Monster begrenzt. Eine ehemalige Elitetruppe, die Nachtwache, sichert diese Grenze, über deren bevorstehenden Fall seit Anbeginn der Geschichte geraunt wird. In der Hauptstadt Königsmund steht der Eiserne Thron, um den die sieben Königreiche, hauptsächlich aber die Mitglieder dreier Familien buhlen: die Lannisters, die Starks und die Targaryens.

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