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Bastian Pastewka im Gespräch : Dem Komiker verzeiht man viel

Bastian Pastewka beim Interview in Berlin. Bild: Andreas Pein

Am Freitag startet die zehnte und letzte Staffel der Serie „Pastewka“, in der Comedian Bastian Pastewka fünfzehn Jahre sich selbst spielte. Oder? Wir haben nachgefragt.

          7 Min.

          Fünfzehn Jahre, zehn Staffeln, 99 Folgen.

          Harald Staun
          Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Ja.

          730 Interviews.

          Ja, ungefähr.

          Sind Sie froh, wenn Sie bald nicht mehr die Frage beantworten müssen, was der Bastian Pastewka aus Ihrer Serie mit dem echten Bastian Pastewka zu tun hat?

          Ich habe immer gesagt: Solange es diese Frage noch gibt, ist die Serie irgendwie beim Publikum angekommen oder möglicherweise ein Erfolg. Ich habe versucht, die Bastians in der Balance zu halten. Ich habe mich auch in dem einen oder anderen Interview, vor allem aber in Talkshows, immer mal wieder ansatzweise so gegeben wie der Serien-Bastian. Und umgekehrt hat der Charakter auf mich Einfluss gehabt – es gab da so eine Echowirkung.

          Sie haben in den neunziger Jahren mit Sketch-Comedy angefangen, als diese sehr erfolgreich im Privatfernsehen lief – in der Sat.1-„Wochenshow“, an der Seite von Anke Engelke, Ingolf Lück und Marco Rima. Wie kamen Sie auf die Idee, eine Version von sich selbst zu spielen?

          Noch im Jahr 2000 war ich der festen Überzeugung, dass ich als abgewandelte Ich-Figur überhaupt keine Existenzberechtigung hätte. Ich habe in der „Wochenshow“ so viele Figuren gespielt, dass ich mich darüber auch ein bisschen verloren hatte. Erst Talkshow-Auftritte oder Sendungen wie „Genial daneben“ haben mich davon überzeugt, dass ich auch lustig sein kann, wenn ich nicht mit falschem Bart und lustigen Brillengläsern verkleidet bin. Und dann haben wir gemeinsam so eine Pastewka-Variante erfunden. Innerhalb der zehn Staffeln hat sich die Figur auch sehr verändert. Zu Beginn hatte ich keine Ahnung von dem Genre „Fiktionale Sitcom“, ich war auf Drei-Minuten-Sketchfiguren getaktet. Erst als die Serie immer weiter fortschritt und das Ensemble und ich zusammengewachsen sind, haben wir gemerkt, wie all unsere Figuren die Zweidimensionalität verlieren.

          Waren Sie auch der Art von Humor überdrüssig, den ihre Sketchfiguren verkörperten?

          Nein. Parallel hab ich ja trotzdem noch mit Anke Engelke zusammen dieses komische Volksmusik-Duo Wolfgang und Anneliese gespielt. Ich mag ja beides.

          Auch heute noch?

          An der Seite von Anke Engelke kann ich mir grundsätzlich alles vorstellen.

          Sie haben mal gesagt, die Basis für die Hauptfigur in Ihrer Serie sei der echte Bastian Pastewka, der dann von Ihren Autoren ausgewalzt wird. Müssen Sie aufpassen, dabei nicht zu viel von sich preiszugeben? Nicht nur biographische Details, sondern auch Charakterzüge oder Gesten?

          Es ist ja vollkommen irrelevant, was mein wahres Leben mit sich bringt. Die Autoren Sascha Albrecht und Chris Geletneky mussten zu Beginn erst einmal ein wasserdichtes Humoruniversum kreieren. Denn nur damit, dass die Titelfigur so heißt und aussieht wie ich, ist noch nichts gewonnen. Wir mussten klären, welche Figuren auf diesen komischen Bastian einwirken. Wir haben ihm zum Beispiel einen Halbbruder an die Seite gedichtet, den ich im wahren Leben nicht habe. Wir wollten das erfundene Leben eines realen Fernsehprominenten plastisch gestalten und im Idealfall auch lustig, für 22 Sitcom-Minuten.

          Ihre Autoren haben Sie ja bestimmt ganz gut beobachtet. Fühlten Sie sich manchmal ertappt?

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