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„Matula“ im ZDF : Reif für die Insel

Dreamteam: Matula (Claus Theo Gärtner) mit seinem Hund Dr. Renz. Bild: ZDF und Hans-Joachim Pfeiffer

Eigentlich ist der Schauspieler Claus Theo Gärtner mit dem ZDF-Detektiv Matula in Rente gegangen. Doch einmal im Jahr kommt er zurück und löst einen Fall. Am liebsten bei Sonnenschein.

          Ein Rentnerdasein wie aus dem Bilderbuch – für Josef Matula scheint es wahr geworden. Statt notorisch klamm als Privatdetektiv in speckiger Lederjacke durch Frankfurts schmuddeligste Straßen zu ziehen wie in 300 Folgen „Ein Fall für Zwei“, gleitet er auf einer Segelyacht Richtung Balearen, schick angetan mit Panamahut, Hemd und Khakihosen. Wäre nicht die Seekrankheit seines Hundes Dr. Renz, dessen Name ihn an einen anderen treuen Freund erinnert, es wäre der perfekte Urlaubstag für jemanden, der Urlaub für immer und offenbar ausgesorgt hat, als Matula auf Mallorca anlandet.

          Ursula Scheer

          Redakteurin im Feuilleton.

          Das Schiff gehört nicht ihm. Er hat es nur überführt. So liquide, wie er auf den ersten Blick schien, ist der alte Haudegen auch im dritten Fernsehfilm-Ableger der Serie nicht, die Claus Theo Gärtner die Rolle seines Lebens schenkte. Damit, dass er Matula nie wird abschütteln können, hat sich der Schauspieler inzwischen elegant arrangiert. Nach seinem Ausscheiden bei „Ein Fall für Zwei“ vor sechs Jahren legte er zunächst eine Pause ein und entschloss sich dann, einmal im Jahr die Figur des Detektivs wiederzubeleben. Immer zu Karfreitag hat Matula einen Solo-Auftritt. Dieses Mal treibt ihn ein „Tod auf Mallorca“ um.

          Die Leiche birgt der Veteran selbst aus dem Hafenbecken, indem er kopfüber in die Fluten taucht. Ein bisschen Show mit Mitte siebzig darf schon sein, wenn sie selbstironisch gebrochen wird wie hier. Der Tote nannte sich Ingo Schumann und war einer der gutbetuchten deutschen Senioren, die auf der Insel das Abendrot ihres Lebens genießen. In ein bisschen zu vollen Zügen allerdings: Der Frührentner war noch unter anderen Namen unterwegs, schwor mehreren Frauen zugleich die ewige Liebe, betrog sie um Geld, gab vor, Investmentbanker zu sein oder Kieferchirurg – und hatte Schulden beim Inselmafioso Mendes (Tonio Arango).

          Gewohnt unorthodoxe Methoden

          Heiratsschwindler, Hochstapler, Schickeria, stöhnt Matula und fällt in sein altes Muster: Er schlägt sich auf die Seite der – seinem Bauchgefühl nach – zu Unrecht Verdächtigten. Verhaftet hat die Polizei Schumanns letzte Flamme Karin (Heike Trinker). Sie war auf dem Schiff, als der Charmeur, mit Drogen betäubt, ins Wasser gestoßen wurde. Aber sie beteuert ihre Unschuld und engagiert Matula als Unterstützer. Bezirzt macht der sich mit gewohnt unorthodoxen Methoden auf die Suche nach dem Täter.

          Einen Originalitätspreis gewinnt Ben Braeunlich mit seinem Drehbuch nicht. Die um wenige Nebenfiguren erweiterte Dreiecksgeschichte bietet die Vorlage für einen heiteren Ferienkrimi mit melancholischem Ausklang unter der Regie von Daniel Helfer. Matula zieht kleine Wäsche zum Trocknen am Mast hoch und schleust sich undercover als Caddie „Matulo“ im Golfclub ein. Der Galeristin Angela Bremer (Proschat Madani), die vor einer Skulptur, die aussieht wie ein geschmolzenes Kaugummi, von „kompakter Luftigkeit“ schwadroniert, stellt er freche Fragen, ihre Rivalin Maria (Violetta Schurawlow) treibt er in die Enge. Er kurvt mit einem putzigen Kleinstwagen zu Hispano-Pop über eine Insel, auf der es keine Touristen, aber viel malerische Landschaft zu geben scheint. Alle sprechen Deutsch – wie praktisch – und würzen es mit spanischen Schimpf- oder Grußworten. Dann Kugelhagel, Showdown – und ein Herzanfall?

          Dass ein finaler Rettungsschuss in Spanien so gar kein Problem ist, wie man uns hier weismachen will, nimmt man selbst Matula nicht ab. Aber souverän trägt Gärtner einen dramaturgisch schwachen Film, in dem der Hund neben ihm die beste darstellerische Leistung aufbietet. Für Matulas vierten Fall wünschte man sich ein bisschen mehr Komplexität. Und ein Ensemble, das neben Dr. Renz nicht abfällt. Das müsste doch zu schaffen sein. Matula hätte es verdient.

          Matula – Tod auf Mallorca, an Karfreitag um 21.15 Uhr im ZDF.

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