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„Breaking Bad“ Finale : Dass die Sache nicht gut ausgeht, ist klar

  • -Aktualisiert am

Die Eheleute Skyler (Anna Gunn) und Walter White (Bryan Cranston), ein Spaten und das Niemandsland Bild: Frank Ockenfels 3/ Sony Pitures

Nicht nur in der Serie selbst laufen die Dinge aus dem Ruder: Das Phänomen „Breaking Bad“ treibt die tollsten Blüten, wird gefeiert, nachgespielt, persifliert. Wie soll das bloß beim Finale werden?

          Als Hank (Dean Norris) neulich sein Garagentor senkte und Walt (Bryan Cranston) mit einer Mischung aus blanker Wut und fassungslosem Entsetzen zum Showdown gegenüberstand, hatte „Breaking Bad“ wohl zum letzten Mal den Fehdehandschuh hingeworfen: Jetzt geht es zur Sache!

          Von Walts Widersachern aus fünf Staffeln, von Tuco über Gus bis hin zu Gale und Mike, ist keiner mehr übrig. Jetzt bekommt er es mit der eigenen Familie zu tun, die er eigentlich beschützen wollte und die er sich dabei mit tragischer Konsequenz zum übelsten aller Feinde gemacht hat. Nach dem Fausthieb von Hank und Walts eiskaltem Rat, besser leisezutreten, werden nun eilig Allianzen geschmiedet, unter quälenden Umständen. Hank sinnt nicht nur auf Rache, sondern auf Schadensbegrenzung in seinem Job, Walts Frau Skyler (Anna Gunn) kann es nicht wagen, ihn zu verraten, und sein Komplize Jesse (Aaron Paul) ist in Polizeigewahrsam und damit in Hanks Hand.

          Im Hintergrund tut sich Lydia mit Todd zusammen, um ihr internationales Drogensyndikat weiterführen zu können. Und dann ist da noch Walt selbst, der sich, wie wir in der Vorausschau erfahren haben, für den Schluss mit einer Giftkapsel und einer Schnellfeuerwaffe rüsten wird. Dass die Sache nicht gut ausgeht, war lange klar, wie sich die Schlingen um die Figuren zusammenziehen, ist noch offen. Aber das Publikum versammelt sich in immer größeren Mengen gespannt vor dem Bildschirm.

          Die letzte Staffel gewann noch einmal Zuschauer

          5,9 Millionen Zuschauer waren am vorvergangenen Sonntag bei der Episode „Blood Money“, dem Auftakt der letzten acht Folgen von „Breaking Bad“, dabei, mehr als doppelt so viele wie zu Beginn der vierten Staffel. „This never happens“, schrieb das Magazin „Time“ mit der gebotenen Fassungslosigkeit, und das Branchenblatt „Variety“ spekulierte prompt, ob die Videoplattform Netflix, die sämtliche bisher gesendeten Folgen der Serie zum Nachholen aufbietet, die Fernsehlandschaft nachhaltiger verändert als bisher vermutet - und auf eine Weise, die noch niemand so recht versteht. Auch deshalb nicht, weil Netflix seine Abrufstatistiken nicht preisgibt.

          Ein Massenphänomen ist „Breaking Bad“ trotz Kritikerlob und Netflix, trotz allgegenwärtiger Berichterstattung und dreizehn Emmy-Nominierungen nicht. Im Schnitt lockte die Serie des kleinen Kabelsenders AMC kaum zwei Millionen Zuseher vor die Bildschirme, ein Sechstel von dem, was AMCs erfolgreichste Serie „The Walking Dead“ schafft, und diese beschäftigt sich immerhin mit der Zombie-Apokalypse, nicht unbedingt einem massentauglichen Thema. Amerikas zurzeit beliebteste Serie, „Navy CIS“, schalten 21 Millionen Zuschauer ein.

          Beim Finale von „Breaking Bad“ fiebern alle mit

          Aber wer „Breaking Bad“ nicht kennt, der kann in weiten Teilen des Popkultur-Universums derzeit nur schwer mithalten. Der Serien-Hauptdarsteller Bryan Cranston ziert das Cover der aktuellen „GQ“, und der Serienschöpfer Vince Gilligan wird in der dazugehörigen Geschichte mit der Einlassung zitiert, dass er weite Teile der Dialoge aus den Drehbüchern gestrichen habe, weil man in Cranstons Gesicht sehen könne, was in Walter White vorgeht. Wer die subtilen Umschwünge in der zerquälten Visage von Walter White nicht kennt, dem sagt das wenig.

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