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Heute beginnt Apple TV+ : Amerika schaut in den Mond

  • -Aktualisiert am

Zweiter: So wie Apple den „Space Race“ darstellt, geht es für die Nasa nicht gut aus. Ganz anders für die Russen. Bild: Apple TV

Von heute an bietet auch Apple eigenes Streamingfernsehen an. Bei Apple TV+ gibt es - noch - wenig zu sehen. In einer der ersten Serien wird aber gleich mal die Geschichte der Mondlandung umgeschrieben: „For all Mankind“.

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          „Geht heim“, sagt ein missgelaunter Flugdirektor den vor ihm versammelten Astronauten. „Betrinkt euch“, raunzt Deke Slayton (Chris Braun), „knirscht mit den Zähnen, heult den Mond an, was auch immer.“ Soeben ist ein amerikanischer Albtraum wahr geworden: Die Russen haben als erste den Mond betreten. Das ist der Ausgangspunkt der Serie „For all Mankind“. Was wäre, fragen die Autoren Ronald D. Moore, Matt Wolpert und Ben Nedivi, wenn im Sommer 1969 nicht Amerikaner, sondern die Sowjets ihre Flagge auf dem Mond gehisst hätten? Wenn die Sowjets, die ja die Amerikaner schon mit dem ersten Satelliten, dem ersten Menschen im All und der ersten Frau in der Erdumlaufbahn düpiert hatten, auch noch den Mond zuerst erreicht hätten?

          Es ist ein ambitioniertes Projekt, eines von sieben, mit denen Apple sich auf seiner Plattform Apple TV+ dem Publikum des hart umkämpften Streamingmarktes empfehlen will. Ronald Moore, Jahrgang 1964, träumte schon als Kind davon, zum Mond und weiter zu fliegen, wie er bei einem Pressetermin in den Sony Pictures Studios sagte. Er mache einer großen Enttäuschung Luft: „Das Apollo-Programm barg enorme Versprechen: Wir würden nicht nur auf dem Mond landen, sondern dort leben. Wir würden Orbitalstationen und Weltraumhotels bauen, zum Mars und zum Jupiter fliegen und irgendwann ganz weit raus ins All. Nichts davon geschah.“ Also malt sich Moore aus, wie das alles hätte anders sein können.

          Auf der Bühne 15 der Studios hat man Nasa-Büros, Wohnzimmer der Astronauten-Familien, Raumkapseln und sogar ein Stückchen Mondoberfläche aufgebaut. Ein Warnschild will offenbar falsche Fußabdrücke im Mondstaub verhindern: „Do not walk on lunar surface.“

          Wie die neue Geschichte es will, sind bei der Nasa jetzt Astronautinnen am Drücker.

          Aber das Schmuckstück der Serie ist nicht der Mond, sondern ein bis auf die Deckenplatten originalgetreuer Nachbau der Nasa-Kommandozentrale, von der aus die Weltraummissionen geleitet wurden. Vor fünf riesigen Bildschirmen reihen sich die Computer-Konsolen mit Kladden voller Codes, Bleistiften und halbleeren Kaffeetassen. Allgegenwärtige Aschenbecher und Zigarettenpackungen der Marke Kool verströmen Sechziger-Jahre-Flair. Tatsächlich hatte der Chef von Apples Streaming-Service Apple+, Zack van Amburg, so etwas wie „Mad Men“ bei der Nasa im Sinn. Aber Moore wollte keine Untergangsstory einer einst glorreichen Behörde, der die Gelder versiegen. „Lieber wollte ich die Geschichte eines Programms erzählen, das mir versprochen wurde und das ich nie bekam.“

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