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Tipps für die Zwangsisolation : Was tun?

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Beschäftigung für lange Wohnzimmertage: Die Redaktion empfiehlt Bild: Picture-Alliance

Vogelstimmen auf Youtube, Filmromanzen und schlafende Bergkönige: Was lesen, schauen, hören, da das Coronavirus uns in die Isolation zwingt? Wir hätten ein paar Vorschläge.

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          Museum mal anders

          Wenn selbst der Gang in eine Ausstellungshalle zur Risikoveranstaltung geworden ist, wenn das stundenlange, von Sorge oder Sehnsucht nach Weltflucht getriebene Fernsehen, Zeitunglesen oder Durch-Websites-Scrollen Augen und Seele ermüdet haben, dann spätestens ist die Zeit gekommen für „Museum auf die Ohren“. Denn man kann auch mit geschlossenen Augen Bildbetrachtungen anstellen und Kunstgeschichte erforschen: Das Frankfurter Städel hat es mit seinem Podcast „Finding van Gogh“ bewiesen, der sich anlässlich der kürzlich zu Ende gegangenen Blockbuster-Schau über Vincent auf Spurensuche nach seinem aus dem Blick der Öffentlichkeit verschwundenen „Bildnis des Dr. Gachet“ macht. Atmosphärisch dicht und klug unterhaltend rekonstruieren acht Episoden die Entstehung und Besitzgeschichte des Gemäldes, das als „entartete Kunst“ beschlagnahmt wurde, später für eine Rekordsumme versteigert wurde und schließlich bei einem privaten Besitzer verschwand. Atemberaubend. Wer danach Lust auf mehr bekommen hat und gerne Englisch oder Französisch hört, kann gleich weiter hören: „The British Museum Podcast“ ist so breit aufgestellt wie die Sammlung des Hauses; der Podcast „Quand La -Peinture Raconte Léonard“ des Louvre erschließt die Welt Leonardo da Vincis. Aber auch viele kleinere und größere Häuser in Deutschland haben Audio-Angebote auf Abruf im Programm. Da gibt es vieles von zu Hause aus zu entdecken. (Ursula Scheer)

          Automatenfeuer

          „Eine kleine Flamme schwelt im Bewusstsein. Überprüfung gestartet. Kameraverbindung nicht verfügbar. Link zum Bewegungsapparat ... zerstört.“ So klar, kaputt und desolat fängt „Short Story Long“ von Jun Eishima und Yoko Taro an, der zweite Patchwork-Roman (nach „Long Story Short“ von Eishima allein) zum Computerspiel „Nier: Automata“. Der Schwelbrand im Kopf, der da beschrieben wird, explodiert zum Feuersturm, wenn man sich in dieses Spiel wirft: In Maschinengestalt kämpft man für die Menschheit und erlebt das eigene Raumgefühl als Hauptverkehrskreuzung zwischen Leib und Seele – bis sich die anfangs von der Spieleinführung mitgeteilte Voraussetzung der Geschichte, die man da mitgestaltet, als Täuschung herausstellt und man erkennt, dass „Nier: Automata“ mehr kann als die vorhandene Welt vergessen lassen und für ein paar Stunden eine virtuelle an ihre Stelle setzen. Die heftige Action und die den meisten Filmplots an Tiefe und Gewicht überlegene Story von „Nier: Automata“ wissen und zeigen, dass Menschen und (sollte es sie je geben) denkende Maschinen einen Fluch gemeinsam haben: Sie leben nie nur in der Realität, sondern gleichzeitig auch in ihren Vorstellungen vom Wahren. Tragik, Liebe, Massaker, Sachschaden, Philosophie, alles auf dem Schirm: Was will man mehr? (Dietmar Dath)

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