https://www.faz.net/-gqz-8vvxn

TV-Duell Merkel gegen Schulz : Nimm zwei

  • Aktualisiert am

„Die Konstellation mit vier Fragenden ist sicherlich ungünstig, deshalb sind wir offen für Veränderungen“: Ein TV-Duell zwischen Angela Merkel und Martin Schulz wird es aber in jedem Fall geben. Bild: dpa

Was der RTL-Chefredakteur Michael Wulf vorschlägt, wollen auch die anderen Sender: Zwei TV-Duelle mit Merkel und Schulz. Entscheidend dürfte aber sein, was die Bundeskanzlerin will.

          Was der RTL-Chefredakteur Michael Wulf an dieser Stelle benannt hat (F.A.Z. vom 14. März), ist unter den Sendern Common Sense: Sie würden gerne zwei „TV-Duelle“ mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihrem Herausforderer Martin Schulz ausrichten. ARD, ZDF, RTL und Pro Sieben Sat.1 sind sich einig: Sie wollen ein öffentlich-rechtliches und ein privates „Duell“.

          Die ARD wünsche sich zwei Sendungen, sagte der ARD-Chefredakteur Rainald Becker der Deutschen Presse-Agentur: „Und zwar ganz konkret: ein öffentlich-rechtliches im Ersten und im ZDF sowie eines bei den Privatsendern.“ Der ZDF-Chefredakteur Peter Frey sagte, sein Sender habe zusammen mit der ARD die Bundeskanzlerin und den SPD-Kanzlerkandidaten zu einem öffentlich-rechtlichen TV-Duell eingeladen: „Die Bandbreite der Themen vor der Bundestagswahl rechtfertigt zwei TV-Duelle. Dies würde auch einer breiteren Meinungsbildung der Bevölkerung zugutekommen.“ Hans-Peter Hagemes, Informationsdirektor von Pro Sieben Sat.1, sagte, man habe in einem gemeinsamen Schreiben dem Kanzleramt und dem SPD-Kandidaten „offiziell den Vorschlag unterbreitet, ein von Sat.1 und RTL organisiertes TV-Duell im Vorfeld der Bundestagswahl durchzuführen und auszustrahlen“.

          Der ARD-Chefredakteur Rainald Becker vertritt die Linie, die sein RTL-Kollege Wulf in dieser Zeitung gezeichnet hatte, und verrät nebenbei, dass dies bei der Bundeskanzlerin auf Widerstand stößt: „Die Konstellation mit vier journalistischen Fragestellern und zwei Spitzenpolitikern – wie vom Kanzleramt gewünscht“, sei „unglücklich“, sagte Becker.

          „Es gibt in diesem Wahlkampf so viele Themen, und die Menschen haben Fragen mehr als genug, dass diese in einer Sendung gar nicht alle behandelt werden können“: RTL-Chefredakteur Michael Wulf.

          Vor der Bundestagswahl 2013 hatte es nur ein Fernseh-Duell mit Angela Merkel und ihrem damaligen Herausforderer Peer Steinbrück gegeben. Der jetzige SPD-Kandidat Schulz hatte sich schon für mehrere „Duelle“ ausgesprochen. Der RTL-Chefredakteur Michael Wulf hatte in dieser Zeitung zu Protokoll gegeben, es gebe „in diesem Wahlkampf so viele Themen, und die Menschen haben Fragen mehr als genug, dass diese in einer Sendung gar nicht alle behandelt werden können. Zwei TV-Duelle wären besser, aber letztlich geht’s nicht ohne die Politik.“ Der Ball liegt nun im Feld der Kanzlerin.

          Weitere Themen

          „The Wild Boys“ Video-Seite öffnen

          Trailer : „The Wild Boys“

          „The Wild Boys“, 2017. Regie: Bertrand Mandico. Mit: Pauline Lorillard, Vimala Pons, Diane Rouxel. Start: 23.05.2019.

          Der Manfred von nebenan

          Europawahlkampf : Der Manfred von nebenan

          EVP-Spitzenkandidat Weber gibt sich im Wahlkampf bodenständig und bürgernah. Aber auch bei einem guten Wahlergebnis kann er sich nicht sicher sein, der nächste Kommissionspräsident zu werden.

          Die Highlights vom roten Teppich Video-Seite öffnen

          Filmfestival in Cannes : Die Highlights vom roten Teppich

          Glamouröse Kleider, schicke Anzüge, Schuhprobleme, strömender Regen und ein Heiratsantrag... Auf dem roten Teppich des Filmfestivals in Cannes war in diesem Jahr einiges los. Hier sind die schönsten Momente an der Croisette.

          Topmeldungen

          Trauer und Jubel in Berlin : Den Grünen gehen die Superlative aus

          Während bei den Grünen die Freude über die Wahlergebnisse in Europa und in Bremen „wahnwitzig“ groß ist, ist die Stimmung bei der Union schon vor der Verkündung der Prognosen auf dem Tiefpunkt. Und bei der SPD wackelt die Parteichefin nach dem Doppeltiefschlag.

          SPD-Debakel in Bremen : Untergang an der Weser

          In Bremen ist das Historische geschehen: Zum ersten Mal seit 73 Jahren liegt die CDU vor der SPD, die ihr schlechtestes Ergebnis seit Bestehen der Bundesrepublik verkraften muss. Wie soll sie aus diesem Tief wieder herauskommen?

          Nach SPD-Debakel : Lauterbach für Rot-Rot-Grün in Bremen und im Bund

          Die SPD hat ein historisches Wahldebakel erlitten. Trotzdem sei nicht die Zeit für Personaldebatten um Nahles, sagt SPD-Politiker Karl Lauterbach. Dafür fordert er mehr Umweltbewusstsein in seiner Partei – und Mut zu neuen Bündnissen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.