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Scripted Reality : Als wär’s ein Stück aus dem echten Leben

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Die Unterbringung hatten sie sich offenbar anders vorgestellt: Peggy, Alina, Sofi und Inge (von links) gehören zum Ensemble von „Berlin Tag & Nacht“ Bild: RTL 2

„Berlin Tag & Nacht“ war das Fernsehphänomen des letzten Jahres. Das Publikum freundete sich mit den Charakteren auf Facebook an, nimmt an ihrem Alltag teil. Jetzt startet RTL 2 „Köln 50667“.

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          Als Meike vor ein paar Wochen den Entschluss fasste, vorübergehend nach Köln zu ziehen, wollte sie ihre Berliner WG erst gar nicht gehen lassen. Doch die junge Frau blieb dabei: „Ich brauch’ einfach ’ne andere Luft, ’ne andere Umgebung.“ Die Beziehung mit Marcel war gerade in die Brüche gegangen, und ihre beste Freundin Alina befürchtete schon: „Es wird nichts mehr so sein, wie es war.“ Immerhin meldete sich Meike per Skype regelmäßig bei ihrer Ersatzfamilie in der Hauptstadt. Und berichtete auf Facebook, was mit dem neuen Typen lief, den sie in Köln kennengelernt hatte. Nicht nur für ihre WG, sondern auch für 300 000 Fremde, die vorher „Gefällt mir“ gedrückt hatten. Denn Meike ist nicht nur eine der Hauptprotagonistinnen in der RTL-2-Reihe „Berlin Tag & Nacht“ (BTN), sondern vom 7. Januar auch das erste bekannte Gesicht des Ablegers „Köln 50667“.

          Die Chancen, dass der ebenfalls zum Erfolg wird, stehen nicht schlecht. Immerhin ist BTN das Quotenphänomen des Jahres. Nach dem eher enttäuschenden Start im September 2011 entwickelte sich die tägliche Serie in diesem Jahr zum verlässlichsten Quotenbringer des Senders. In den vergangenen Monaten folgte ein Rekord auf den anderen. Mitte Dezember sahen 1,67 Millionen zu - so viele wie nie zuvor. Schon im Sommer hatte „Berlin Tag & Nacht“ beim jungen Publikum über fünfzehn Prozent Marktanteil erzielt, mehr als das doppelte von dem, was RTL 2 sonst gewöhnt ist.

          Die Geschichte geht auf Facebook weiter

          Erzählt werden Geschichten aus vier Berliner WGs, deren Bewohner mal mehr, mal weniger eng miteinander verbunden sind. Insbesondere beim Publikum unter zwanzig Jahren ist „Berlin Tag & Nacht“ ein Hit. Vittorio Valente, Geschäftsführer der Kölner Firma Filmpool und Produzent der Reihe, weiß auch, warum: „Es scheint uns gelungen zu sein, den Zuschauern das Gefühl zu vermitteln, dass sie bei den erzählten Geschichten tatsächlich dabei sind und den Charakteren näher sein können, als das sonst in Fernsehserien üblich ist.“

          Tatsächlich hat „Berlin Tag & Nacht“ andern etwas Entscheidendes voraus: Wenn die Folge im Fernsehen zu Ende ist, werden die Geschichten der Protagonisten bei Facebook weitererzählt. In kurzen Einträgen oder Handyclips fassen sie ihre Gemütslage zusammen oder fragen die Nutzer bei einer schwierigen Entscheidung um Rat. Die Reaktionen sind überwältigend. Als es vor einiger Zeit in der Serie so aussah, als würde die WG zerbrechen und nachher auf Facebook Versöhnung gefeiert wurde, hatte der Eintrag über 100 000 „Likes“.

          Eine Art Rollenspiel

          Dabei werden die Einträge von RTL 2 in Facebook eingestellt - und keines der Ereignisse ist real. Es ist aber darauf angelegt, dass es so aussieht. „Berlin Tag & Nacht“ ist eine klassische Scripted Reality, in der Laiendarsteller Geschichten spielen, die sich Autoren ausgedacht haben, nur ohne fest vorgegebene Dialoge. Vieles wird improvisiert. Und in jedem Charakter steckt ein Teil von dem, der ihn spielt. So legen die Autoren die Rollen von vornherein an.

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