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Schwester Cristina bei „The Voice Italy“ : Die singende Nonne siegt

Cristina Scuccia gewinnt das Finale von „The Voice“ in Italien. Bild: AP

Cristina Scuccia vom Ursulinen-Orden hat die italienische Ausgabe der Show „The Voice“ gewonnen. Und wie! Am Ende spricht sie das Vaterunser. Jetzt ist ein Anruf aus dem Vatikan fällig.

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          Der Papst sollte nun dringend anrufen. Falls er es nicht längst getan hat. Zu Beginn war das noch ein Scherz, doch jetzt gibt es keinen Grund mehr, nicht zum Hörer zu greifen. Denn es gilt, einer singenden Ordensschwester zu gratulieren: Suor Cristina Scuccia, die singende Nonne, hat den von Rai Due ausgestrahlten Lieder-Wettbewerb „The Voice Italy“ in der Nacht von Donnerstag auf Freitag gewonnen. Sie schlug alle aus dem Feld und entschied die Singstunde mit großer Mehrheit für sich. 62,3 Prozent der Zuschauer, die über den Sieger abstimmten, votierten für Suor Cristina. Die war, wie sie sich in den Sendungen zuvor schon gezeigt hatte, ein wenig gerührt und um Worte nicht verlegen. Sie bedankte sich bei allen, die sie unterstützt hatten, und natürlich auch ausdrücklich bei „dem da oben“.

          Die Betende und die wilden Männer

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Noch gerührter aber war, wie eigentlich von Beginn an immer, der Rapper J-AX, der Juror und Pate von Suor Cristina, der von ihrem ersten Auftritt schon dermaßen angetan war, dass er um Fassung rang. Ein wenig angefasst war er auch nun. Das sah schon lustig aus da auf der Bühne: die kleine Ordensfrau mit ihren klobigen Schuhen, daneben der Schlacks J-AX, diesmal mit Frack und Hut, und auf der anderen Seite der zweitplatzierte Giacomo Voli, der aussieht, als würde er sich gerade um eine Rolle in einem Musketier-Film bewerben. Ein Ensemble zum Niederknien. Eine Betende und drumherum die wilden Männer (und eleganten Frauen). So etwas kriegen nur die Italiener hin.

          Drei Lieder sang (wenn wir die stückweise Internetübertragung nicht vollkommen missverstanden haben) die Siegerin an diesem Abend: „lungo la riva“ (am Ufer entlang), „No One“ und dann „Flashdance . . . What a Feeling“. Der letzte Song war für die Schwester des Ursulinen-Ordens quasi ein Heimspiel: Umringt von Kuttenträgern, welche dieselben selbstverständlich bald fallen ließen und in etwas luftigerer Kleidung Tanzfaxen machten, konnte sie so richtig loslegen. So wie zu Beginn des Wettbewerbs „The Voice“, als sie „Girls just wanna have fun“ sang. Den Spaß hat sie und den hat das Publikum an ihr.

          Eine lange Reise sei es gewesen, sagte der Moderator zum Schluss, als Schwester Cristina und Giacomo Voli auf der Bühne standen und auf das Ergebnis warteten. „Das Publikum hat entschieden“ ….., machte es der Moderator spannend. Pause, Pause, Pause, Trommelwirbel, Jubel, Applaus. Und dann, ganz zum Schluss, sprach Schwester Cristina ein Vaterunser. Eine fröhlichere Messe wird so schnell nicht gesungen.

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