https://www.faz.net/-gqz-9wou2

Das „Schwarzwaldmädel“ : Sonja Ziemann gestorben

  • Aktualisiert am

Sonja Ziemann Bild: dpa

Sie war einer der Leinwandstars der Fünfzigerjahre. Später kämpfte sich Sonja Ziemann aus den Rollen mädchenhaften Frauen frei. Jetzt ist die Schauspielerin im Alter von 94 Jahren gestorben.

          1 Min.

          In den Rollen lebensfroher, mädchenhafter, unkomplizierter Frauen traf sie den Geschmack der Zuschauer, Heimatfilme wie„Schwarzwaldmädel“ und „Grün ist die Heide“ wurden zu Kassenschlagern. Jetzt ist Sonja Ziemann im Alter von 94 Jahren gestorben, wie ihr Bruder am Mittwoch mitteilte. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung berichtet.

          Geboren wurde Sonja Ziemann nahe Berlin, wo sie auch erste Erfolge feierte. Schon im Alter von 15 Jahren hatte sie kleine Engagements als Tänzerin im Berliner „Plaza“ und trat bald darauf als Soubrette in Operetten auf. Ihren Durchbruch feierte sie 1950 an der Seite von Rudolf Prack mit der Operettenverfilmung „Schwarzwaldmädel“, wofür sie mit einem Bambi ausgezeichnet wurde.

          Private Schicksalsschläge überschatteten die Karriere Ziemanns. 1951 heiratete sie den Strumpf-Fabrikanten Rudolf Hambach, mit dem sie einen Sohn bekam. Die Ehe mit Hambach zerbrach jedoch. Kurz nach der Scheidung im Jahr 1969 starb Hlasko an einer Überdosis Schlafmittel. Ziemanns Sohn starb 1970, kurz vor seinem 17. Geburtstag, an einem Tumor. Ihm widmete Ziemann ihre 1998 erschienene Autobiografie „Ein Morgen gibt es immer“.

          Sonja Ziemann als Eliza Doolittle 1999 in München
          Sonja Ziemann als Eliza Doolittle 1999 in München : Bild: dpa

          Beruflich löste sie sich 1958 von ihren typischen Rollen und wagte sich mit dem polnischen Film „Der achte Wochentag“ ins Charakterfach. Bei den Dreharbeiten lernte sie ihren späteren Mann kennen, den polnischen Autor Marek Hlasko. Nach „Der achte Wochentag“ spielte Ziemann in anspruchsvolleren Filmen wie „Hunde, wollt ihr ewig leben“ (1959), „Menschen im Hotel“ (1959) oder „Frühstück mit dem Tod“ (1964). In ausländischen Produktionen wie „Geheime Wege“ (1960), „Der Tod fährt mit“ (1962) und „Die Brücke von Remagen“ (1969) war sie ebenfalls zu sehen.

          Seit Mitte der 60er Jahre konzentrierte sich Ziemann zunehmend auf Theater und Fernsehen. Großen Erfolg auf der Bühne hatte sie als Eliza in dem Musical „My Fair Lady“ in München (1962) oder in Tennessee Williams' Drama „Endstation Sehnsucht“, für das sie 1973 zusammen mit Götz George auf Europatournee ging. Für ihr Schaffen wurde Ziemann 1984 mit dem „Filmband in Gold“ geehrt, 1990 erhielt sie einen zweiten Bambi.

          Nachdem sie viele Jahre in Bad Wiessee am Tegernsee gelebt hatte, wohnte Ziemann zuletzt in München.

          Weitere Themen

          Drei deutsche Kurstädte ausgezeichnet Video-Seite öffnen

          Unesco-Welterbe : Drei deutsche Kurstädte ausgezeichnet

          Die deutschen Kurstädte Baden-Baden, Bad Ems und Bad Kissingen sind in die Liste des Unesco-Welterbes aufgenommen worden – neben Kurstädten in weiteren Ländern Europas. Auch die Künstlerkolonie Mathildenhöhe in Darmstadt schaffte es neu auf die Liste.

          China ist grüner als wir

          FAZ Plus Artikel: Klimaschutz : China ist grüner als wir

          Die einen fürchten, eine grünere ­Politik gefährde unseren Wohlstand. Die anderen pochen auf mehr Klimaschutz. Die Flutkatastrophe zeigt: Für ­solche Debatten bleibt keine Zeit. Gespräch mit einem Investor, der gerne mehr Steuern zahlen würde.

          Topmeldungen

           Mallorca ist zum Hotspot geworden.

          Reisen in der Pandemie : So versichern Sie jetzt Ihren Urlaub

          Was tun, wenn das Reiseziel mitten in einem Risikogebiet liegt? In der Pandemie zahlt nicht jede Reiseversicherung. Worauf Urlauber in Corona-Zeiten und auch sonst achten müssen.
          Eine Impfgegnerin während einer Kundgebung der Initiative „Querdenken“ in Stuttgart (Archivfoto)

          Impfskeptiker und Populismus : „Sie misstrauen Eliten“

          Der Politikwissenschaftler Florian Stöckel erforscht Impfskepsis in Bezug auf Populismus und findet interessante Zusammenhänge. Ein Gespräch über Impfgegner, ihre Beweggründe und Unterschiede zwischen den Impfstoffen.
          Beatrix von Storch (rechts), stellvertretende AfD-Vorsitzende, Jair Bolsonaro, Präsident von Brasilien, und Sven von Storch, Ehemann von Beatrix, stehen im Präsidentenpalast zusammen.

          AfD-Vize in Brasilien : Bolsonaro hat Beatrix von Storch empfangen

          Die AfD sucht im Ausland nach Verbündeten. In Brasilien traf die Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch nun den rechtspopulistischen Präsidenten Jair Bolsonaro. Nicht jedem gefällt der Besuch der Deutschen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.