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Vorwürfe gegen Regisseur : Nächste Etappe im Fall Dieter Wedel

  • Aktualisiert am

Sieht sich den Vorwürfen mehrerer Schauspielerinnen gegenüber: der Regisseur Dieter Wedel Bild: dpa

Keine weiteren Auskünfte zur Arbeit der „Task Force“ und deren Bericht: Sat.1 schließt Untersuchungen im Fall Dieter Wedel ab, dem Schauspielerinnen sexuelle Übergriffe angelastet hatten. Und das Ergebnis?

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          Der Fernsehsender Sat.1 hat seine Untersuchungen im Fall Dieter Wedel abgeschlossen. Man sehe keine Anhaltspunkte oder gar Belege für missbräuchliches oder strafbares Verhalten des Regisseurs, teilte der Sender mit. Im Januar hatte die „Zeit“ über Anschuldigungen mehrerer Schauspielerinnen berichtet, die dem Regisseur Übergriffe am Rande von Dreharbeiten vorwerfen. Sie reichen von Machtmissbrauch bis hin zu sexueller Nötigung und Vergewaltigung. Die mutmaßlichen Vorfälle sollen Jahrzehnte zurückliegen. Wedel bestritt alle Anschuldigungen, legte aber in der Folge sein Amt als Intendant der Bad Hersfelder Festspiele nieder.

          Sat.1 werde keine weiteren Auskünfte zur Arbeit der „Task Force“ und deren Abschlussbericht geben, sagte eine Sprecherin. Anfang des Jahres hatte der Sender eine interne Arbeitsgruppe eingerichtet, um mögliches Fehlverhalten von Wedel bei im Auftrag des Senders entstandenen Filmen zu untersuchen. Wedel hatte für Sat.1 unter anderem den Mehrteiler „Der König von St. Pauli“ (1998) inszeniert. Auch öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten sowie die Firma Bavaria Film hatten interne Untersuchungen eingeleitet. ZDF und NDR hatten im Februar mitgeteilt, keine Belege für sexuelle Übergriffe oder strafbare Handlungen gefunden zu haben. Die Bavaria Film erklärte im März ebenfalls, keine derartigen Hinweise gefunden zu haben. Allerdings habe man festgestellt, dass einige Verhaltensweisen des Regisseurs nach dem heute gültigen Verhaltenskodex der Produktionsfirma nicht mehr tolerabel gewesen wären.

          Der Saarländische Rundfunk hatte in einem vorläufigen Abschlussbericht im April hingegen Hinweise auf massive sexuelle Übergriffe Wedels festgehalten und fehlendes Handeln bei früheren Funktionsträgern im Sender und der Tochterfirma Telefilm Saar festgestellt. Die „Zeit“ hatte ihre Vorwürfe unter anderem auf Akten aus dem SR-Archiv zu der Wedel-Serie „Bretter, die die Welt bedeuten“ aus den achtziger Jahren gestützt. Laut SR waren Anschuldigungen zweier Schauspielerinnen der Serie gegen den Regisseur den damaligen Verantwortlichen bekannt. Ob sich Wedel möglicherweise strafbar gemacht hat, prüft zurzeit die Staatsanwaltschaft München I.

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