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Sarah Palins Comeback : Alarmismus aus Alaska

  • -Aktualisiert am

Die Gesten sitzen noch: Ex-Gouverneurin Sarah Palin auf der „Conservative Political Action Conference“ vor zwei Wochen in National Harbor, Maryland. Bild: dpa

Sarah Palin, die Erzkonservative der amerikanischen Rechten, bekommt einen eigenen Fernsehkanal: „Rogue TV“. Kommentatoren sind besorgt.

          Die amerikanische Politikerin Sarah Palin plant, ihren eigenen Fernsehkanal auf Sendung zu bringen. „Rogue TV“ soll  von April oder Mai an über den digitalen Videoservice Tapp für zehn Dollar monatlich zu abonnieren sein. Neben Auftritten als Kommentatorin des politischen Tagesgeschehens soll Palin auch im Kreis ihrer Familie in ihrem Heimatstaat Alaska zu sehen sein sowie Erziehungsratschläge und Rezepte zum Besten geben, berichtet das Online-Magazin „Capital New York“.

          Schlüsselfigur der Tea-Party-Bewegung

          Tapp wurde von dem ehemaligen CNN-Chef, Jon Klein, und dem vormaligen Chef von NBC Universal Television, Jeff Gaspin, gegründet, um Persönlichkeiten mit einem weitläufigen Unterstützerkreis ein Forum zu bieten. Palins Kanal, dessen Titel soviel wie „einzelgängerisch“ oder „abtrünnig“ bedeutet, soll zu den ersten Programmen des Anbieters zählen.

          Sarah Palin war von 2006 bis 2009 Gouverneurin von Alaska und 2008 die Kandidatin fürs Vizepräsidentenamt in John McCains Präsidentschaftskampagne. Mit ihrem hemdsärmeligen Konservatismus appellierte sie besonders an die religiöse Rechte im Lager der Republikaner, ihre rhetorischen Schnitzer und politischen Wissenslücken machten sie zum Ziel zahlreicher Spötter. Sie wurde zu einer Schlüsselfigur der Tea Party-Bewegung sowie zur führenden Protagonistin eines Trends zur Verbreitung politischer Halb- und Unwahrheiten im amerikanischen Nachrichtenfernsehen.

          Die Erfindung der „Death Panels“

          Berüchtigt war etwa Palins frei erfundene Behauptung bei Facebook, in Präsident Obamas Gesundheitsreform müssten sich Alte und Kranke sogenannten „Death Panels“ stellen, deren Bürokraten über den Grad lohnenswerter Gesundheitsleistungen entschieden – einer Studie zufolge glaubte nahezu ein Viertel aller Amerikaner an die Existenz solcher Gremien.

          Die Reaktion auf Palins eigenen TV-Kanal fällt in den amerikanischen Medien denn auch gemischt bis besorgt aus. So fragt der „Christian Science Monitor“, ob Palins Fernsehsender womöglich die Zukunft für die Präsentation von Politikern in der Öffentlichkeit weise. Sarah Palin hat mit „Going Rogue“ 2009 einen Bestseller veröffentlicht und machte mit „Sarah Palin´s Alaska“ 2010 eine Realityshow auf dem Sender TLC, der sie beim Jagen, Campen und im Familienkreis zeigte.

          Außerdem ist Palin beim Nachrichtensender Fox News als Kommentatorin unter Vertrag und nimmt zurzeit mit „Amazing America“ eine Outdoor-Serie auf dem Sportsman Channel auf. Ihre Popularität bei den erzkonservativen Republikanern hat sie auch über die sozialen Medien ausgebaut. Mehr als eine Million Menschen folgen ihr auf Twitter, ihre Facebook-Seite hat mehr als vier Millionen Fans.

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