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Chefin der Washington Post : „Auf den Schultern starker und mutiger Frauen“

  • -Aktualisiert am

Nüchtern und professionell: Sally Buzbee führt die Washington Post. Bild: dpa

Sie pflegt ein zurückhaltendes Profil und nicht das eines Stars: Warum Sally Buzbee die erste Chefredakteurin der Washington Post wurde.

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          Als mit Sally Buzbee am 1. Juni die erste weibliche Chefredakteurin der Washington Post in der 143 Jahre umfassenden Geschichte des Blattes ihren Job antrat, wurde das weithin als historisches Ereignis angesehen. Die Post hat zwar legendäre Frauenfiguren vorzuweisen: Herausgeberin Katharine Graham etwa, die das Blatt 1963 von ihrem Gatten Phil Graham übernahm und die Geschäfte bis 1979 führte – durch die Watergate-Affäre, die Veröffentlichung der Pentagon Papers und den Börsengang der Zeitung. Oder Meg Greenfield, die von 1979 bis 1999 die Meinungsredaktion der Post leitete. Aber dann waren lange keine Frauen in den Führungsetagen der Zeitung zu finden. Das wird mit Buzbee jetzt anders. Die fünfundfünzigjährige Mutter zweier Töchter aus dem Bundesstaat Washington, die seit 2017 die Agentur AP führte, übernimmt die Geschäfte des im Februar in Ruhestand gegangenen Martin Baron.

          In einer Zeit, in der sich Journalisten zu Stars aufschwingen, tritt mit Buzbee jemand an die Spitze der Zeitung, der ein zurückhaltendes Profil pflegt. Es sei ihre „absolute Integrität und ihr großes Engagement für die unverzichtbare Rolle des Journalismus bei der Gewährleistung unserer Demokratie“ gewesen, so der Post-Herausgeber Fred Ryan; Buzbee sei die mit Abstand erste Wahl gewesen, nachdem er und der Post-Eigner Jeff Bezos mit ihr sprachen. Als „beinahe aggressiv nüchterne Wahl“ bezeichnete die Columbia Journalism Review Buzbees Berufung, immerhin habe sie ihre ganze Karriere bei einer Nachrichtenagentur absolviert.

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