https://www.faz.net/-gqz-996hd

Berichte über „Schattenarmee“ : Russischer Investigativ-Journalist stirbt nach Sturz von Balkon

  • Aktualisiert am

Damaskus am Samstag: Syrische Regierungsanhänger schwenken die russische Flagge Bild: AP

Maxim Borodin hatte über Moskaus „Schattenarmee“ in Syrien berichtet und stürzte vom Balkon. Die OSZE fordert eine „rasche und gründliche Untersuchung“, die russischen Behörden indes sehen dafür keinen Anlass.

          Ein russischer Journalist, der über Moskaus „Schattenarmee“ in Syrien berichtet hatte, ist nach einem Sturz vom Balkon seiner Wohnung gestorben. Es gebe „aber kein Anzeichen dafür, dass ein Verbrechen begangen wurde“, erklärte die zuständige Ermittlungskommission an diesem Montag in Jekaterinburg gegenüber der Nachrichtenagentur Tass. Für die Einleitung entsprechender Ermittlungen sehe sie keinen Anlass. Vielmehr gehe sie von einem „unglücklichen Vorfall“ aus.

          Der Investigativjournalist Maxim Borodin war in der vergangenen Woche von seinem Balkon im fünften Stock eines Hauses in Russlands viertgrößter Stadt Jekaterinburg gestürzt. Berichten zufolge erlag er am Sonntag im Krankenhaus seinen Verletzungen.

          Borodin arbeitete für den Pressedienst Nowi Den (Neuer Tag) und hatte jüngst über den Tod mehrerer russischer Söldner der so genannten „Gruppe Wagner“ in Syrien geschrieben. Das private russische Sicherheitsunternehmen kämpft seit 2015 in Syrien.

          Harlem Désir, Beauftragter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) für die Freiheit der Medien, erklärte an diesem Montag im Kurzbotschaftendienst Twitter, Borodins Tod sei Anlass für „ernsthafte Besorgnis“. Er forderte von den Behörden am Montag eine „rasche und gründliche Untersuchung“.

          Nach Angaben des Komitees zum Schutz von Journalisten wurden seit 1992 in Russland 58 Reporter getötet. Die Hintermänner dieser Verbrechen werden jedoch nur selten überführt.

          Weitere Themen

          Russischer Ort streitet über Stalin-Statue Video-Seite öffnen

          Aufstellen oder nicht? : Russischer Ort streitet über Stalin-Statue

          Seitdem in der russischen Ortschaft Kusa eine alte Stalin-Statue in einem Teich entdeckt wurde, spaltet sie das Städtchen. Soll sie am alten Ort wieder aufgestellt werden, wie das der kommunistische Aktivist Stanislaw Stafejew fordert? Oder sollte sie lieber ins Museum?

          Klänge eines ungelebten Lebens

          Roman über Vladimir Horowitz : Klänge eines ungelebten Lebens

          Zwei Jahre lang waren der Pianist Vladimir Horowitz und sein Schüler Nico Kaufmann ein Liebespaar. Lea Singer beschreibt mit viel Takt im Umgang mit dem authentischen Material die Geschichte einer verborgenen und geächteten Beziehung.

          Topmeldungen

          Der Eingriff in die bundesweite Verteilung von Krankenhäusern muss mit chirurgischer Präzision ausgeführt werden – sonst leidet die Versorgungssicherheit vor allem auf dem Land schnell.

          Zu viele Hospitäler : Der Patient Deutschland

          Die Deutschen lieben ihr Krankenhaus in direkter Nähe – mag es auch noch so schlecht ausgestattet sein. Daher hat auch die Politik kein Interesse an einem großflächigen Abbau der Hospitäler. Vernünftig ist das nicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.