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Krieg in Syrien : Ein Bild aus Aleppo

  • Aktualisiert am

Der vierjährige Omran nach dem Bombenangriff auf Aleppo. Bild: dpa

Das Foto des kleinen Jungen, der bei einem Bombenangriff in Aleppo verletzt wurde, geht um die Welt. Russische Medien blenden es aus. Sie haben stattdessen eine Verschwörungstheorie parat.

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          Das Foto des verstörten syrischen Jungen Omran nach einem Bombenangriff in Aleppo geht um die Welt. In russischen Medien spielt es dagegen so gut wie keine Rolle. Keine russische Zeitung druckte das Bild am Freitag. Russland fliegt in Syrien Luftangriffe, um Präsident Baschar al-Assad an der Macht zu halten. Arabische Zeitungen hielten sich bei der Verbreitung des Bildes ebenfalls zurück.

          Die staatlich gelenkten russischen Medien setzten eine eigene Geschichte über eine in Aleppo verheiratete Russin, die ihre drei Kinder vor einer Bombe gerettet haben soll. Diese sei in die Wohnung geflogen. Die Mutter habe die Kinder mit ihrem Körper geschützt, meldete die Agentur Interfax unter Berufung auf das russische Militär. Sie habe einen Arm und ein Bein verloren und sei zur Behandlung nach St. Petersburg ausgeflogen worden.

          Ins russische Internet gelangte das Foto von Omran vor allem über die russischsprachigen Seiten internationaler Medien wie der Deutschen Welle oder der BBC. Russia Today deutete die Verbreitung des Fotos als gezielte Kampagne. „Warum hat sich das Bild des Jungen aus Aleppo (#aleppoboy) viral verbreitet und nicht das anderer Kinder, die von Krieg betroffen sind?“, heißt es in einem Videoclip.

          Von den großen arabischen Zeitungen brachte „Al-Sharq al-Awsat“ das Bild Omrans auf die Titelseite. Die meisten Blätter druckten es im Innenteil und versahen es mit neutralen Beschreibungen. Die staatliche ägyptische Zeitung „Al-Ahram“ griff die Geschichte nicht auf. In sozialen Medien der arabischen Welt wurden Foto und Video, teilweise verfremdet, tausendfach geteilt.

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