https://www.faz.net/-gqz-9cw31

Zentralafrikanische Republik : Drei russische Journalisten getötet

  • Aktualisiert am

„Jetzt werde ich alles dafür tun, die Schuldigen zu finden“: Michail Chodorkowski. Bild: dpa

Im Auftrag des Kremlkritikers Michail Chodorkowski haben drei Reporter aus Russland in der Zentralafrikanischen Republik recherchiert. Nun sind sie erschossen worden. Details waren zunächst nicht bekannt.

          1 Min.

          Bei einer Investigativrecherche über russische Söldner in der Zentralafrikanischen Republik sind drei Moskauer Journalisten getötet worden. Die drei Reporter seien für ein Projekt des Kremlkritikers Michail Chodorkowski unterwegs gewesen, teilte dieser in der Nacht auf Mittwoch mit. Sie hätten über die Aktivitäten der russischen Söldnertruppe „Wagner“ recherchiert.

          Chodorkowski sei entsetzt über den Tod der Journalisten, schrieb er. Der im Exil lebende Oligarch habe gehofft, dass die Reporter nur gefangen genommen worden seien. Dann hätte er sich für ihre Freilassung eingesetzt. „Jetzt werde ich alles dafür tun, die Schuldigen zu finden“, schrieb er.

          Privat finanzierte Söldner

          Russland setzt vielen Belegen zufolge vor allem in Syrien neben regulären Soldaten auch Söldner einer Privattruppe ein, die unter dem Namen „Wagner“ firmiert. Die bezahlten Kämpfer gehören nicht zur Armee, sondern werden Medienberichten zufolge privat finanziert. Der Name Wagner ist ein Pseudonym des Ex-Geheimdienstoffiziers Dmitri Utkin, der die Truppe gegründet hat.

          Das russische Außenministerium in Moskau bestätigte die Identität der drei Todesopfer. Die Männer seien jedoch nicht mit einem Journalistenvisum eingereist, sondern als Touristen, sagte Außenamtssprecherin Maria Sacharowa der Agentur Tass zufolge. Sie hätten lediglich abgelaufene Bescheinigungen russischer Redaktionen mit sich geführt.

          UN-Friedenstruppen in Bangui

          Der Informationsminister der Zentralafrikanischen Republik, Ange Maxime Kazagui, sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Männer seien von einer Gruppe Bewaffneter umgebracht worden. Die Leichen wurden in der Stadt Dekoua etwa 200 Kilometer südlich der Hauptstadt Bangui gefunden. Details waren zunächst nicht bekannt.

          In der Zentralafrikanischen Republik war 2013 ein Bürgerkrieg ausgebrochen, in dem sich Milizen der christlichen Mehrheit und der muslimischen Minderheit gegenüberstanden. Erst in Folge einer französischen Militärintervention und später der UN-Friedensmission stabilisierte sich die Lage.

          Weitere Themen

          Paganini der Tuba

          Davos Festival : Paganini der Tuba

          Das Davos Festival reagiert mit Picknick-Konzerten, lokalen Musikern und Nachwuchskünstlern auf die Pandemie. „Von Sinnen“ ist das Motto, man erlebt Musik voll Innigkeit und Überschwang.

          Topmeldungen

          Präsident Wladimir Putin nimmt am Freitag von seiner Residenz Nowo-Ogarjowo aus an einer Kabinettssitzung teil.

          Proteste in Belarus : Droht eine Intervention Moskaus?

          Für den Kreml ist die Lage in Belarus ambivalent – das zeigen auch die Reaktionen aus Moskau. Die große Frage ist, was Putin macht, wenn Lukaschenka ernstlich gefährdet ist.
          Ermittlungen: Apotheker und Ärzte werfen dem Angeklagten vor, Verfahren gegen sie aufgebläht zu haben (Symbolbild).

          Frankfurter Korruptionsaffäre : Mediziner erheben schwere Vorwürfe

          In der Korruptionsaffäre um einen Frankfurter Oberstaatsanwalt sollen Ermittlungen nur geführt worden sein, um Geld zu generieren. Das könnte sich noch zu einem weitaus größeren Skandal auswachsen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.