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Patt im Rundfunkrat : Kein neuer Intendant für den Hessischen Rundfunk

Bis Ende Februar des kommenden Jahres ist er noch im Amt, und dann? Manfred Krupp, der Intendant des Hessischen Rundfunks, vor einer Satellitenschüssel mit dem Logo des HR. Bild: dpa

Der Rundfunkrat des Hessischen Rundfunks kann sich nicht entscheiden, wer Intendant des Senders werden soll. Von zwei Kandidaten bekommt keiner die erforderliche Mehrheit. Und jetzt?

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          Der Rundfunkrat des Hessischen Rundfunks hat sich am Freitagnachmittag nicht auf eine neue Intendantin oder einen neuen Intendanten des Senders einigen können. Keiner der beiden von einer Findungskommission vorgeschlagenen Bewerber erreichte die notwendige einfache Mehrheit. In drei Wahlgängen stimmten jeweils sechzehn Rundfunkräte für die HR-Betriebsdirektorin Stephanie Weber und jeweils sechzehn für den stellvertretenden ARD-Programmdirektor Florian Hager. Nun nimmt der Rundfunkrat bei seiner Sitzung im Dezember einen neuen Anlauf zur Intendantenwahl.

          Michael Hanfeld
          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Dass sich im Rundfunkrat keine Mehrheit für einen der beiden Kandidaten fand, ist sehr erstaunlich. Die zehnköpfige Findungskommission, gebildet aus Mitgliedern des Rundfunk- und des Verwaltungsrats,  hatte die beiden Kandidaten Ende September zur Wahl vorgeschlagen. Zwar lagen der Findungskommission weitere Bewerbungen vor, auch waren Bewerber wie die Filmproduzentin Ina Knobloch aus der Findungskommission heraus angefragt worden, der Wahlvorschlag der Kommission aber hatte schließlich auf die beiden Kandidaten Stephanie Weber und Florian Hager gelautet.

          Mitglieder des Rundfunkrats hätten bis zur Wahl weitere Vorschläge unterbreiten können, dazu kam es dem Vernehmen nach jedoch nicht. Stattdessen präsentierten Stephanie Weber und Florian Hager jeweils ihre Pläne für die Zukunft des Senders und - bekamen anschließend keine Mehrheit.

          Der Rundfunkratsvorsitzende und Vorsitzende der Findungskommission, Rolf Müller, sagte: „Das Patt unterstreicht, dass sich heute zwei herausragende Kandidaten präsentiert haben. Leider konnte kein Ergebnis erzielt werden. Der Rundfunkrat hat die Findungskommission erneut beauftragt.“ Zur Wahl am 3. Dezember können Stephanie Weber und Florian Hager abermals von der Findungskommission vorgeschlagen werden und antreten. Es können aber auf Vorschlag von Rundfunkräten auch andere Kandidaten hinzutreten. Stephanie Weber und Florian Hager, sagte der Rundfunkratsvorsitzende Müller nach der gescheiterten Wahl, hätten etwas Bedenkzeit, um zu sagen, ob sie in einen weiteren Wahlgang eintreten wollen.

          Das Patt, sagte Müller erstaunlicherweise, habe sich für ihn persönlich in den vergangenen Tagen abgezeichnet. „Vom Ergebnis her“ sei es eigentlich erfreulich, auch wenn sich jeder eine Entscheidung gewünscht hätte, zeige es doch, dass es sich hier um einen demokratischen Vorgang handele. Ein Schaden sei das vorläufige Ergebnis der Intendantenwahl nicht.

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