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HR-Intendant : Helmut Reitze tritt zurück

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Bleibt bis Anfang kommenden Jahres im Amt: Helmut Reitze, seit fast 13 Jahren Intendant des Hessischen Rundfunks. Bild: Frank Röth

Nach fast dreizehn Jahren im Amt hat der Intendant des Hessischen Rundfunks seinen Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen angekündigt. 

          Der Intendant des Hessischen Rundfunks (HR), Helmut Reitze, tritt zurück. Der 63 Jahre alte Journalist habe die Entscheidung aus gesundheitlichen Gründen getroffen, teilte der Sender an diesem Freitag in Frankfurt mit. Reitze steht seit 2003 an der Spitze des HR. Im Jahr 2013 wurde er vom Rundfunkrat vorzeitig für fünf weitere Jahre wiedergewählt. Seine dritte Amtszeit sollte eigentlich bis Anfang 2020 dauern.

          Zu Begründung seines Rücktritts sagte Reitze vor dem Rundfunkrat des HR: „Seit einiger Zeit spüre ich, dass meine Energie nicht mehr ausreicht, um mit voller Kraft mein Amt als Intendant auszufüllen.“ Der Hessische Rundfunk brauche aber einen Intendanten, der sich den Herausforderungen der nächsten Jahre zu 100 Prozent stellen könne. Reitze wird noch bis Anfang nächsten Jahres im Amt bleiben, bis der Rundfunkrat über seine Nachfolge entschieden hat.

          In seiner fast 13-jährigen Amtszeit hat Reitze den HR mit mehreren Sparrunden finanziell konsolidiert und zahlreiche Programmreformen angestoßen. In den ersten zehn Jahren seiner Intendanz hatte der HR mehr als 200 Millionen Euro einsparen müssen. Bis Ende 2016 sollen rund 100 Stellen nicht wiederbesetzt werden. Das HR-Fernsehen, zu Amtsantritt Reitzes Schlusslicht unter den Dritten Programmen, konnte während seiner Amtszeit die Einschaltquoten steigern.

          Bereits während seines Studiums der Volkswirtschaft in Marburg hatte Reitze für den Sender gearbeitet, zu dem er nach Stationen beim „heute-journal“, als Auslandskorrespondent, bei „Tagesschau“ und „Tagesthemen“ sowie als Leiter der ZDF-Hauptredaktionen „Gesellschafts- und Bildungspolitik“ und „Aktuelles“ als Intendant und Nachfolger von Klaus Berg im Januar 2003 zurückkehrte.

          Seine zweimalige Wiederwahl in den Jahren 2007 und 2013 zeigte, dass er sich in seiner energischen Art in vertrauensvollem Einvernehmen mit den Aufsichtsgremien des HR befindet. Das drückt sich auch in den Stellungnahmen zum Tage aus. Der Rundfunkratsvorsitzende Jörn Dulige zeigte „Verständnis und höchsten Respekt“ für Reitzes Entscheidung, die man jedoch „zutiefst“ bedauere.

          Der Rundfunkrat des HR wird nun umgehend, wie es auf Anfrage von FAZ.NET hieß, eine Findungskommission berufen, um Anfang des nächsten Jahres einen neuen Intendanten wählen zu können.

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