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Streamingoffensive : RTL bietet jetzt alles in einem auf

  • -Aktualisiert am

RTL rüstet seine Plattform RTL+ auf. Bild: dpa

Die RTL-Mediengruppe rüstet die Plattform RTL+ auf. Videos, Musik, Presse, es soll alles da sein. Das Ziel: zehn Millionen Abonnenten.

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          Während in den USA der Streaming-Markt Dämpfer erhält, stehen die Zeichen in Deutschland auf Wachstum. Hierzulande, so Matthias Dang, Ko-CEO RTL Deutschland, zur am Mittwoch erfolgenden Einführung des erweiterten RTL+ Angebots, seien Kunden allerdings besonders preissensibel. Beim strategischen Ausbau des Entertainment-Angebots im Streaming setze man daher auf drei Kernangelegenheiten: „Vielfalt, Einfachheit und Preis“.

          Thema Vielfalt: Das „Video on Demand“-Angebot wächst im zweiten Halbjahr 2022 um 37 neue Eigenproduktionen, darunter Serien wie „Das Haus der Träume“, die zweite Staffel von „Sisi“ oder eine Dokumentation über den Aufstieg von Schalke 04. Thema Einfachheit: Eine übersichtliche Strukturierung von Angebot, Navigation und Preisgestaltung. Thema Preis: Es gibt zunächst weiter das kostenfreie Basis-Angebot „RTL+ Free“ und den „RTL+ Premium“-Zugang in der VoD-App mit vorerst unverändertem Preis von 4,99 Euro pro Monat – und darüber hinaus von Mittwoch an ein erstes cross-mediales Angebot, „RTL+ Max“ für 9,99 Euro, für das nach sieben Monaten 12,99 Euro berechnet werden.

          Schauen und hören mit einem Abo, aber zwei Apps. „RTL+ Max“ beinhaltet die bestehende „RTL+“-App, zusätzlich die ab heute die App „RTL+ Musik“ mit „neunzig Millionen Songs und fünftausend kuratierten Playlists“, Nutzervorschlägen und – das ist speziell – Verbindungen zwischen beiden Apps durch entsprechende Links. „,Dr. House’ bingen – bis die ,Ärzte’ kommen“, wirbt RTL+ für die Kombi. RTL+-Playlists zu eigenen Video-Angeboten sind das Besondere an der „RTL+ Musik“-App. Der „Temptation Island“-Link in der Musik-App etwa führt zur Kuschelmusik, die in der „Reality“-Flirtsoap zu hören ist.

          Im Wesentlichen greift RTL dabei auf den Katalog des neuen Partners Deezer zurück. Auf die Musik sollen Hörbücher und Podcasts folgen. Im Laufe des nächsten Jahres stehen digitale Zeitschriftenabos auf dem Plan. Ein „gattungsübergreifendes Entertainment-Angebot“, so Dang, ist das Ziel, der Weg dahin sind für RTL Partnerschaften. „Extrem attraktiv“, so Deezer-CEO Jeronimo Folgueira, sei die neue Kooperation auch für sein Unternehmen, da man in Deutschland lange nicht so präsent sei wie erhofft.

          „Sportlich herausfordernd“ nennt RTL die konkreten Zahlen-Ziele. Bis Ende 2026 sollen zehn Millionen Abonnenten RTL+ nutzen, im Moment sind es 3,4 Millionen. Gegenüber Mitte vergangenen Jahres, so Ko-Streaming-Officer Henning Nieslony, sei das ein Plus von 70 Prozent. „Der eigentliche Hammer kommt noch“, verspricht der vorab gezeigte Trailer. „Die pure Entertainment-Orgie“ verspricht die RTL+-Werbung. Als vornehmliches „Content-Haus“, so Dang, setze man auf Qualität. Der stille Techniklaunch der Musik-App im Hintergrund, berichtet Ko-Streaming-Officer Eva Messerschmidt, hat wachsende Traffic-Loads geprobt. Ein erster Schritt in die Cross-Medialität für RTL.

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