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Roger Willemsen wiedergesehen : Gespräche aus dem toten Trakt

Roger Willemsen in der 250. Ausgabe der Sendung „0137“ vom 13.5.1992 Bild: Deutsche Kinemathek

Endlich wieder zu sehen: Die Deutsche Kinemathek zeigt 130 Folgen der Sendung „0137“ mit Roger Willemsen.Es ist mehr mehr als nur eine Erinnerung an den Beginn des Talkshowzeitalters.

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          Seine größten Momente schafft das Fernsehen, wenn alles anders läuft als geplant: wenn ein Politiker sein Skript vergisst oder ein Schauspieler sich danebenbenimmt, wenn jemand eine Talkshow stürmt oder sie verlässt, wenn eine Mauer umfällt oder auch nur ein Tor.

          Harald Staun
          Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Wenn man solche Zwischenfälle, wenn man Spontaneität und Improvisation für produktiv hält, dann startete die Talkshow „0137“ mit einer perfekten Panne. Eigentlich hatte Redaktionsleiter Markus Peichl Dietmar Schönherr reaktivieren wollen, der in den Sechzigerjahren die erste Talkshow im deutschen Fernsehen moderiert hatte. Der jedoch sagte zehn Tage vor Sendestart ab. So musste man auf dessen Ersatzmann zurückgreifen, der beim Casting überzeugt hatte. „Wir wollten ein komplett neues Gesicht“, sagt Peichl und erinnert sich an sein erstes Treffen mit diesem jungen Germanistikdozenten. „Ich dachte danach: Der quasselt so viel, der ist so positiv und neugierig, das könnte passen.“ So wurde dieser Roger Willemsen schließlich aufs Fernsehen losgelassen.

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