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Roger Moore wird 80 : James Bond mit Herzschrittmacher

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1973 stand er in „Leben und sterben lassen“ ein erstes Mal als Geheimagent in Diensten ihrer Majestät, und erst 1985 schied er „Im Angesichts des Todes“ aus dem Amt. An diesem Sonntag wird der längstjährige James-Bond-Darsteller Roger Moore achtzig.

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          Als Roger Moore gefragt wurde, was sich seit der Einpflanzung eines Herzschrittmachers in seinem Leben verändert hat, antwortete er: „Ich gebe inzwischen mehr Geld für Batterien aus.“ Er wird es verschmerzen können. Seine sieben James-Bond-Filme haben mehr als eine Milliarde Dollar eingespielt. Lange Zeit war Moore, der an diesem Sonntag 80 Jahre alt wird, der bestbezahlte Schauspieler Großbritanniens. Am Donnerstag ist er für seine Filmkarriere mit einem Stern auf dem „Hollywood Walk of Fame“ geehrt worden.

          Zweifellos haben ihm dazu auch seine legendären Augenbrauen verholfen. Moores „Fähigkeit, eine davon hochzuziehen und dabei von verschiedenen Winkeln aus amüsiert zu wirken“ habe seine Karriere maßgeblich gefördert, spottete das britische Männermagazin „Loaded“. Zugleich aber erklärte es den im einfachen Londoner Viertel Stockwell aufgewachsenen Sohn einer Hausfrau und eines Polizisten 1999 zum „Greatest Living Englishman“. Lange stand der Nachfolger von Sean Connery in dem Ruf, keine Affäre, keine Balgerei und keinen Drink auszulassen. Selbst seine als standfest geltenden Kollegen Richard Harris und Richard Burton soll Moore unter den Tisch getrunken haben - und trotzdem am nächsten Morgen pünktlich und gut gelaunt am Set erschienen sein.

          Aktuelle Leidenschaft: schwarze Schokolade

          Das sind freilich Geschichten aus vergangenen Zeiten. Inzwischen nennt Moore, der länger als jeder andere James Bond verkörperte, bei der Frage nach seinen Leidenschaften „schwarze Schokolade und Kaffee-Eis“. Dieses Vergnügen gönne er sich aber nur selten, öfter hingegen mal ein Gläschen Champagner gemeinsam mit der vierten Ehefrau. Moore ist seit 2002 mit der Schwedin Christina Tholstrup (69) verheiratet. Mit ihr lebt er abwechselnd in Monte Carlo und im schweizerischen Crans Montana.

          Wie man sich die alten Tage eines Mannes vorstellen darf, der 1973 in „Leben und sterben lassen“ seinen ersten und 1985 in „Im Angesichts des Todes“ seinen letzten 007-Streifen drehte, schilderte Moore vor einiger Zeit der Londoner „Times“: Sieht man von Durchschlafproblemen („Mir geht immer viel zu viel durch den Kopf“) und der selbst auferlegten Diät ab („Zum Frühstück gibt es nur Früchte, Tee und Blütenpollen“), dann lebt es sich prächtig als 007-Pensionär.

          Der Mann mit der Platinnarbe

          Immer noch treibt Moore, der 1993 eine Erkrankung an Prostatakrebs überstand, ein wenig Sport. Bei Langeweile hilft eine riesige Videosammlung, wobei ausgerechnet der ehemalige 007 keine Streifen mit grober Gewalt und allzu deutlichem Sex mag. Sein Lieblingsfilm ist „Lawrence von Arabien“. Ein ausgiebiges Zeitungsstudium gehört zur Routine. Und die Beantwortung von E-Mails, darunter vom UN-Hauptquartier in New York. Seit Jahren ist Moore Sonderbotschafter des Kinderhilfswerkes Unicef. Dafür hat ihn die Queen, in deren geheimen Diensten er so oft auf der Leinwand stand, zum Ritter geschlagen.

          In Interviews gefällt sich Sir Roger immer noch in der Rolle eines britischen Meisters der Selbstironie. Bei Bettszenen habe er sich doubeln lassen, erzählt ausgerechnet der einstige Frauenschwarm gern. Es sei ihm peinlich gewesen, dass Filmgeliebte seine Töchter hätten sein können, berichtete der „Älteste aller 007“ - er übernahm die Rolle mit 46 und gab sie mit 58 ab.

          Seinen Herzschrittmacher bekam Moore 2003 nach einem Kollaps bei einer Theateraufführung in New York. „Ich bin damit ja in guter Gesellschaft“, sagte er. Bei einem Lunch mit Popstar Elton John in einem Edelrestaurant an der Côte d'Azur „haben wir unsere Hemden aufgerissen, um unsere Narben zu vergleichen - seine hat natürlich einen Platinreißverschluss von Cartier“.

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