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Germanwings-Absturz : Zeitung hält Begräbnis des Kopiloten geheim

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Mit Lücke: Titelseite der Rhein-Zeitung vom 29.06.2015 Bild: Rhein-Zeitung

Um einen abermaligen Einfall der Weltpresse in Montabaur zu verhindern, hat die „Rhein-Zeitung“ auf Berichterstattung zum Begräbnis von Andreas Lubitz verzichtet. Der Chefredakteur erklärt die Entscheidung.

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          Die Koblenzer „Rhein-Zeitung“ ist am Montag mit einer weißen Lücke auf der Titelseite erschienen und hat mit lediglich einem Satz das Begräbnis des Germanwings-Kopiloten Andreas Lubitz vermeldet. „Seriöse Zeitungen und Webseiten machen bewusst nicht alles, was möglich wäre“,  begründete Chefredakteur Christian Lindner in einer Kolumne den Verzichte auf eine ausführliche Berichterstattung. Seine Zeitung habe einige Tage zuvor von dem Termin erfahren, aber die Information nicht verbreitet, „damit die Weltpresse bei diesem Begräbnis nicht erneut über Montabaur herfällt“ und um den Angehörigen die Chance zu geben, in Ruhe Abschied zu nehmen.

          Die Zeitung habe bewusst auch darauf verzichtet, aus der Ferne Fotos von der Beerdigung zu machen und diese international zu verkaufen. Andreas Lubitz war am Samstag in Montabaur bestattet worden. Der 29-Jährige hatte nach Ermittlungserkenntnissen am 24. März einen Germanwings-Airbus auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf absichtlich in den französischen Alpen abstürzen lassen. Alle 150 Menschen an Bord der Maschine waren dabei ums Leben gekommen. Die anschließende Berichterstattung über die Katastrophe führten zu einem Beschwerderekord beim Deutschen Presserat, der sich mit über 400 offiziellen Eingaben befassen musste.

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