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Reporter ohne Grenzen : Fünfzig getötete Journalisten

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Der Journalist Ruhollah Sam wurde Mitte Dezember vom iranischen Regime hingerichtet. Bild: dpa

Die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ zählt für das Jahr 2020 fünfzig Medienschaffende, die wegen ihres Berufes getötet wurden. Das erste Mal seit dreißig Jahren ist die Todesstrafe an einem Journalisten vollstreckt worden.

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          In diesem Jahr sind nach Angaben der Organisation „Reporter ohne Grenzen“ weltweit mindestens fünfzig Journalistinnen, Journalisten und andere Medienschaffende im Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden. Die meisten von ihnen seien gezielt ermordet worden, erklärte die Menschenrechtsorganisation zur Veröffentlichung des zweiten Teils ihrer Jahresbilanz 2020 in Berlin.

          Gründe für die Morde seien Recherchen zu Themen wie Korruption, organisiertem Verbrechen und Umweltzerstörung. Zudem seien mehrere Medienschaffende getötet worden, als sie über Demonstrationen berichteten. Die Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum vom 1. Januar dieses Jahres bis zum Stichtag am 15. Dezember.

          Zwei Drittel der Medienschaffenden starben laut „Reporter ohne Grenzen“ außerhalb von Konfliktregionen. Nur eine Person sei im Ausland getötet worden, alle anderen in ihren Heimatländern. Zwei Opfer seien Frauen. Mit der Hinrichtung des regimekritischen Bloggers und Journalisten Ruhollah Sam in Iran Mitte Dezember sei zudem das erste Mal seit dreißig Jahren die Todesstrafe an einem Medienschaffenden vollstreckt worden.

          Insgesamt wurden den Angaben nach in den vergangenen zehn Jahren mindestens 937 Menschen wegen oder während ihrer journalistischen Arbeit getötet. Das gefährlichste Land für Medienschaffende ist der Jahresbilanz zufolge zum fünften Mal in Folge Mexiko. In diesem Jahr seien dort acht Journalistinnen und Journalisten ermordet worden. Besonders gefährdet seien die Menschen, die zu den Verbindungen von Drogenkartellen und Politik recherchierten.

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