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Gewalt gegen Presse : „Beispiellose Brutalität“

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Die Fotografin Ellen Schmidt, Mitarbeiterin der Zeitung „Las Vegas Review Journal“, wird von Polizisten der Las Vegas Metro Police festgehalten. Bild: dpa

Nicht nur gegen Demonstranten, auch gegen Medienschaffende geht die amerikanische Polizei brutal vor. Dazu habe Donald Trumps feindselige Rhetorik beigetragen, kritisiert „Reporter ohne Grenzen“.

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          „Reporter ohne Grenzen“ macht Präsident Donald Trump für die Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten in den
          Vereinigten Staaten verantwortlich. „Es war vorauszusehen, dass die Art von Präsident Trump, die Medien zu dämonisieren und ein klares Feindbild aufzubauen, tatsächlich zu Gewalt führen würde“, erklärte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr am Montag in Berlin. Die beispiellose Brutalität, mit der sowohl die Polizei als auch Protestierende in den vergangenen Tagen auf Reporterinnen und Reporter losgegangen sind, sei das Ergebnis dieser feindseligen Rhetorik.

          Die landesweiten Proteste wurden durch den Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz am Montag in Minneapolis ausgelöst. Innerhalb weniger Tage sei es zu mindestens 68 Übergriffen auf Medienschaffende gekommen, darunter auch ein Fernsehteam der Deutschen Welle (DW), kritisierte die Journalistenorganisation. Reporterinnen und Reporter seien mit Gummigeschossen, Pfefferspray und Tränengas angegriffen, beschimpft
          und geschlagen worden. Vielerorts seien journalistische Ausrüstung oder Übertragungswagen zerstört worden. Die Gewalt sei dabei zumeist von der Polizei, aber auch von Protestierenden ausgegangen.

          Zu den schwersten Angriffen gehörte laut „Reporter ohne Grenzen“ der auf die Fotografin Linda Tirado in Minneapolis, die durch ein Gummigeschoss der Polizei ihr linkes Auge verlor. Auch ein Team der DW um Korrespondent Stefan Simons wurde in Minneapolis von der Polizei beschossen. Zwei Mitarbeiter eines Kamerateams der Nachrichtenagentur Reuters wurden von Gummigeschossen getroffen. In Washington wurden Reporter des TV-Kanals Fox News geschlagen und von Demonstrierenden verfolgt.

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