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Pressefreiheit in Montenegro : Sie ignorieren alle Beweise seiner Unschuld

Im Visier der Oligarchen: Jovo Martinovic sagt, er habe von Berufs wegen Kontakte in die Unterwelt. Bild: privat

Ein Investigativreporter ist in Montenegro angeklagt, bei einem Drogenring mitgemischt zu haben. Die Anklage ist dünn. Doch weil es an medialer Aufmerksamkeit fehlt, kommt die Justiz damit durch.

          3 Min.

          Montenegro, der kleine Balkan-Staat an der Adria, ist Kandidat für die Mitgliedschaft in der Europäischen Union. Das klingt zunächst langweilig, aber wer sich diese Tatsache vor Augen hält, sollte den Rest der Geschichte umso interessanter finden. Denn diesen Kandidatenstatus erhält ein Land nicht einfach so. Jahrelange Prüfungen stehen an, bevor die EU-Kommission in Brüssel und die Regierungen der Mitgliedstaaten einem Bewerberland bescheinigen, dass es nun reif genug sei, über den Beitritt zu verhandeln. Dass das Prädikat der Beitrittsverhandlungsreife nicht immer viel bedeuten muss und es auch Rückschritte geben kann, zeigt am prominentesten das Beispiel der Türkei. Doch auch bei anderen Staaten, die EU-Beitrittskandidaten sind, mehren sich Zweifel.

          Michael Martens

          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Ein solches Beispiel ist nun Montenegro, mit weniger als 700.000 Einwohnern der kleinste EU-Beitrittskandidat. Dort ist am Dienstag Jovo Martinovic, einer der wenigen investigativ arbeitenden Journalisten des Landes, von einem Gericht zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil er einem Rauschgiftschmuggelring angehört haben soll.

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