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Renate Künast auf Twitter : Vier Fragezeichen und wie weiter?

Beim FC Bayern war Uli Hoeneß für die Abteilung Attacke zuständig. Bei den Grünen ist es Renate Künast. Bild: dpa

Wenn Politiker twittern, machen sie Politik. Sie setzen Akzente, spitzen zu und blenden aus. Renate Künast von den Grünen ist in diesen Disziplinen ganz vorn.

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          Die Grünen-Politikerin Renate Künast twittert emsig. Elftausendvierhundert Botschaften hat sie schon über den Kurznachrichtendienst abgesetzt, es vergeht kaum ein Tag, an dem sie sich nicht zu Wort meldet.

          Die Akzente, die sie dabei setzt, lassen tief blicken. So tippte sie nach dem Axt-Attentat eines Islamisten in einem Zug bei Würzburg, der von der Polizei gestellt und erschossen wurde, die inzwischen berühmte Botschaft mit den vier Fragezeichen: „Wieso konnte der Angreifer nicht angriffsunfähig geschossen werden???? Fragen!“ Ihr Interesse galt dem Attentäter, nicht den Opfern: Für die hatte sie nur ein „tragisch und wir hoffen für die Verletzten“ übrig.

          Und wofür interessierte sich Renate Künast jetzt vor ein paar Tagen, da ein Polizeibeamter von einem sogenannten Reichsbürger erschossen wurde? Für den Mord an sich nicht, ihrem Twitter-Account nach zu urteilen, sondern für eine politische Einordnung. Darauf lässt die Nachricht schließen, die die Grünen-Politikerin nicht selbst geschrieben, aber weitergeleitet hat: „Hätte ein Islamist vier Polizisten niedergeschossen, wäre es die Top-Nachricht auf allen Kanälen. Schießt ein Reichsbürger, ist das anders.“ Dass es bei den Einlassungen nicht um die Opfer geht, sagt alles.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

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