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Regisseur und Drehbuchautor : Rolf von Sydow ist tot

  • Aktualisiert am

Rolf von Sydow wurde 94 Jahre alt. Bild: dpa

Er drehte den „Tatort“, „Rosamunde Pilcher“ – und schrieb deutsche Fernsehgeschichte: Jetzt ist der Regisseur Rolf von Sydow im Alter von 94 Jahren gestorben.

          Rolf von Sydow ist tot. Der Fernsehregisseur starb am Sonntag in Berlin. „Er ist friedlich zu Hause eingeschlafen“, sagt seine Frau Susanne von Sydow der „Bild“-Zeitung. Am Dienstag wäre er 95 Jahre alt geworden.

          Von Sydow galt als „Grandseigneur der Unterhaltung“. Er arbeitete mit großen Schauspielern des deutschen Fernsehens. Bekannt wurde er mit seinen „Tatort“- und „Rosamunde Pilcher“-Produktionen und den Krimis nach den Buch-Vorlagen von Francis Durbridge, darunter „Das Messer“ mit Hardy Krüger von 1971. Mehr als 130 Film- und Fernsehproduktionen, Theaterinszenierungen, Kabarettprogramme und Hörspiele entstanden unter seiner Leitung. Seine Serien, darunter „Zwei Münchner in Hamburg“ mit Uschi Glas und Elmar Wepper und „Die schöne Wilhelmine“ mit Anja Kruse, schrieben Fernsehgeschichte.

          Trennung zwischen „U“ und “E“

          Über seine Erinnerungen als Jude an die Nazizeit und seine Jugend in Wiesbaden schrieb von Sydow das Buch „Angst zu atmen“. 1942 geriet er als Soldat in kanadische Kriegsgefangenschaft. Später wurde er freier Regisseur, leitete das Fernsehspiel beim Südwestfunk (1973-77) und beim Saarländischen Rundfunk (1977-79).

          Erfolge hatte von Sydow auch als Regisseur von Specials, etwa über Harald Juhnke, Manfred Krug oder Inge Meysel. Als Synchronregisseur bearbeitete er „Ein Herz und eine Krone“ mit Gregory Peck und Audrey Hepburn für das deutsche Publikum.

          Interviews gab von Sydow zuletzt nicht mehr. Seine Frau Susanne von Sydow, mit der der Regisseur 36 Jahre lang verheiratet war und die als Cutterin in seinem Team arbeitete, sagte der Deutschen Presseagentur anlässlich seines bevorstehenden Geburtstags, die deutsche Trennung zwischen „U“ und “E“, dem Unterhaltungsprogramm und dem “ernsten“ Fernsehen, habe ihr Mann immer als traurig empfunden. 

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