https://www.faz.net/-gqz-9a1sg

Reform von ARD und ZDF : So muss sich der Rundfunkbeitrag ändern

  • -Aktualisiert am

Läuft und läuft und läuft: Der Rundfunkbeitrag soll 2021 steigen. Das ließe sich verhindern. Bild: dpa

Zurzeit wird heftig über eine Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks debattiert. Wie wäre es, wenn Nutzer entscheiden, wofür sie zahlen? Ein Gastbeitrag.

          7 Min.

          Das Angebotsmodell des öffentlich-rechtlichen Rundfunks steht europaweit unter Druck. Inhalte und Formate wie auch der Umfang der Leistungsbereitstellung erscheinen mit der fortschreitenden Digitalisierung nicht mehr zeitgemäß. Nutzer wenden sich in stärkerem Maße von einem linearen und vermeintlich uniformen Rundfunk und Fernsehen ab, nutzen das Internet und rufen individuell zugeschnittene Angebote ab. Die Reichweite des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sinkt damit trotz einer erheblichen, angeblich zielgruppenspezifischen Ausweitung seines Angebots. Gleichzeitig verschwinden die Grenzen der Bereitstellungsformen von Schrift, Ton und Bild. In Apps bereiten die Rundfunkanstalten Nachrichten und redaktionelle Beiträge schriftlich auf und werden damit Zeitungen und Zeitschriften immer ähnlicher, die schon lange nicht mehr allein gedruckte Medien sind. Der über Beiträge finanzierte Rundfunk tritt damit in Konkurrenz zu Verlagen, die sich allein aus den am Markt erwirtschafteten Umsätzen finanzieren können.

          Mit den ineinandergreifenden Entwicklungen reicht der gegenwärtige Ansatz nicht, Breite und Tiefe der Angebotsformen von Rundfunkanstalten und Verlagen nur isoliert verfassungsrechtlich zu würdigen – das gesamte System ist auf den Prüfstand zu stellen: Rechtfertigt eine immer geringere Reichweite des öffentlich-rechtlichen Angebots einen Zwangsbeitrag zur Erbringung von Mediendienstleistungen? In welcher Höhe wäre ein solcher Beitrag allein für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk gerechtfertigt? Wie ist es um die Konkurrenz von Rundfunkanstalten und Verlagen bestellt? Und nicht zuletzt: Warum wird der Beitragszahler und Konsument nicht stärker bei der Bewertung der angebotenen Dienstleistung beteiligt?

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Wird nun nicht mehr ausgeliefert: Ein französisches Jagd-U-Boot der Barracuda-Klasse in der Version für Australien

          Australiens Rüstungsgeschäft : Lärmende deutsche U-Boote

          Frankreich hat einst Deutschland beim australischen U-Boot-Auftrag ausgestochen. Über die Geschichte des größten Rüstungsauftrags in Australiens Geschichte.
          Die (schwierige) Wahl: Plakate in Berlin

          Allensbach-Umfrage : Noch nie so viele Unentschlossene so kurz vor der Wahl

          Noch nie war so kurz vor der Wahl die Zahl derer so hoch, die zwar wählen wollen, aber noch nicht wissen, wen - 40 Prozent. Grund: Weder Kandidaten noch Parteien überzeugen. Und Rot-Grün-Rot ist so unbeliebt wie keine andere Koalitionsoption.