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„Redtube“-Abmahnungen : Die Sache könnte ein fauler Trick sein

Nach Musik-Hörern haben es Anwälte jetzt auf Porno-Konsumenten abgesehen Bild: Screenshot F.A.Z.

Amandas Geheimnis: Im Fall der „Redtube“-Abmahnungen könnte eine komplizierte Konstruktion einzig dazu geschaffen worden sein, Nutzer zur Kasse zu bitten.

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          Es war ein beschämender Vorwurf, der Anfang Dezember mehreren tausend deutschen Internetnutzern gemacht worden war: Sie hätten sich, schrieb ihnen die Anwaltskanzlei Urmann und Collegen, auf der Website redtube.com Porno-Videos angesehen, dabei Urheberrechtsverletzungen begangen und sollten eine Unterlassungserklärung unterschreiben sowie 250 Euro an die Halter der Verwertungsrechte, die Schweizer The Archive AG, zahlen.

          Fridtjof Küchemann
          Redakteur im Feuilleton.

          Ihre Adressen lagen der Kanzlei vor, weil das Landgericht Köln auf Antrag des Anwalts Daniel Sebastian angeordnet hatte, die Telekom als Provider müsse die Anschriften von Nutzern mitteilen, die „Filmwerke“ mit Namen wie „Amanda’s Secret“ heruntergeladen haben sollen. Deren IP-Adressen waren angeblich von der Firma itGuards Inc. mittels einer Software namens „GladII 1.1.3“ erfasst worden.

          Das Thema betrifft nicht nur den Kreis der Nutzer solcher Angebote. Die Abmahnanwälte argumentieren nämlich, schon beim Buffering, der lokalen Zwischenspeicherung beim Streaming einer Datei, werde diese vervielfältigt. Demnach könnten sogar die Betrachter von Youtube-Videos nicht vor ähnlicher Post sicher sein.

          Beachtliche Bedenken

          In einer ersten Welle der Empörung gegen das neue Geschäftsmodell der Anwälte schwang mit, beim Landgericht Köln könne man wohl zwischen Streaming und Download nicht unterscheiden. Jetzt haben sich Experten die Websites der beteiligten Firmen genauer angesehen. Klemens Kowalski etwa bemerkt in seinem Blog kowabit.de, dass itGuards.net und the-archive.ch nicht nur beim selben Hostinganbieter auf demselben Server liegen, sondern offenbar vom selben Nutzer angelegt worden sind. Auf die Software „GladII 1.1.3“ indes fehle jeder Hinweis. Ein bei jetzt.de registrierter Kommentator beschreibt, dass Nutzer sogar über die Weiterleitung einer Werbefläche direkt auf das Video geführt worden sein könnten.

          Sollte hier nicht ein Rechteinhaber mit harten Methoden um sein Recht kämpfen, sondern eine komplizierte Konstruktion einzig dazu geschaffen worden sein, Nutzer zur Kasse zu bitten, die lieber zahlen, als einen Anwalt zu konsultieren? Beim Landgericht Köln, sagte der Richter Christian Hoppe auf Anfrage, hält man „die inzwischen aufgetauchten Bedenken an der Ordnungsgemäßheit der Ermittlung der IP-Adressen für beachtlich“. 

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