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Rede bei der AfD : Broder bedauert Foto mit Weidel

  • Aktualisiert am

Kolumnist Broder vor einem Laptop: An seinem Revers hängt die deutsche und israelische Fahne. Bild: dpa

Ein Foto von Henryk M. Broder mit der AfD-Chefin Alice Weidel sorgt in den sozialen Netzwerken für Aufregung. Der Vorwurf: Der „Welt“-Kolumnist hat seine Unabhängigkeit aufgegeben. Er selbst distanziert sich – und veröffentlicht seine Rede.

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          Der „Welt“-Kolumnist Henryk M. Broder bedauert es, auf einem Foto zu sehen zu sein, auf dem ihn die Ko-Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Alice Weidel, umarmt. In seiner auf der Homepage der „Welt“ erschienenen Rede, die er am vergangenen Montag vor der Fraktion der Alternativen für Deutschland im Bundestag hielt, erklärte Broder, dass es richtig gewesen wäre, sich der Umarmung zu entziehen. Als Journalist solle man sich einer solchen Nähe entziehen, so Broder. Gleichzeitig könne nach Meinung des Kolumnisten aus dem Foto, das unter anderen Weidel über Twitter verbreitete, keine Schlüsse gezogen werden.

          Broder hatte für das Bild harsche Kritik erhalten. Ihm wird vorgeworfen, mit der rechten Partei anzubandeln. Broder, dessen Eltern Überlebende der Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald waren, wies mit der Veröffentlichung seiner Rede eine Vorliebe für die Alternative für Deutschland von sich und plädierte stattdessen für eine Demokratie des Streits. Derzeit allerdings lebten wir in einer „Konsensdemokratie“, sagte er.

          In den Sozialen Netzwerken wurde auch über den Zweck von Broders Rede gestritten. Auf der einen Seite nannte er die AfD-Funktionäre „Nazis, Neo-Nazis, Krypto-Nazis und Para-Nazis“ und fragte zynisch, wann ein Jude sonst die Gelegenheit bekomme, vor diesen aufzutreten. In diesem Kontext kritisierte er auch Alexander Gauland für seine Aussage, dass die zwölf Jahre Naziherrschaft ein „Vogelschiss“ der deutschen Geschichte seien. „Das ist nicht nur aus der Sicht der Nazi-Opfer – der Juden, der Zigeuner, der Homosexuellen, der Widerstandskämpfer, der Deserteure – eine schwere Sünde“, so Broder laut Redemanuskript.

          Andererseits machte er sich über „Political Correctness“ lustig und bezog sich dabei auf den Klimawandel („Die einen leugnen den Holocaust, die anderen das Klima“), Genderforschung und die sogenannte Identitätspolitik – Lieblingsdiskussionen der politisch rechts Stehenden.

          Außerdem forderte er einen fairen Umgang mit der AfD, kritisierte etwa, dass nach dem Fall Magnitz einige die Tat auch damit erklärten, dass der AfD-Abgeordnete aus Bremen selbst Hass mit seinen Reden schüre. „Das geht nicht, das ist einer Demokratie unwürdig“, sagte Broder und trat vehement für die freie Meinungsäußerung ein. Eine Aussage, die er zum Ende noch einmal herausstellte, indem er den AfD-Abgeordneten versprach, auch wenn er ihre Meinung nicht teile, sich immer dafür einsetze, dass Sie sie frei äußern dürfen. Er wünsche ihnen allerdings auch die Kraft und den Mut, „sich selbst infrage zu stellen“.

          Broder hatte schon zuvor in seinen Kolumnen in der „Welt“ eine Nähe zu Themen der AfD angedeutet. Zudem ist er Mitbetreiber und Autor des rechtskonservativen Blogs „Achse des Guten“ und unterzeichnete zusammen mit Thilo Sarrazin, Alexander Gaulands Mitarbeiter Michael Klonovsky und anderen Vertretern der sogenannten „Neuen Rechten“ das Positionspapier „Gemeinsame Erklärung 2018“, das sich gegen eine „illegale Masseinwanderung“ ausspricht.

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